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Die Baubranche boomt, dennoch sind die Holzpreise aus mehreren Gründen niedrig. 

Waldbesitzervereinigung

Der Käfer nagt am Holzpreis

Pähl - Der Schädlingsbefall bereitet  den Waldbesitzern Sorgen. Sie sehen im Landkreis aber auch noch viel Potenzial zur Gewinnung von Energieholz.

Die Konjunktur – allem voran der Bausektor – boomt, trotzdem sind die Holzpreise niedrig. Dies berichtete Klaus Deibel den rund zwei Dutzend Pähler Waldbesitzern, die in das Gasthaus „Neue Post“ gekommen waren, um sich über die aktuelle Situation im Wald und auf dem Holzmarkt informieren zu lassen.

Dafür, dass die Preise niedrig sind, gibt es laut dem Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung (WBV) Weilheim mehrere Gründe. Durch den Windbruch beim Sturm „Niklas“ sei viel Holz auf den Markt gekommen. Danach sei der Käfer gekommen, und wegen des Schädlingsbefalls sei erneut viel Holz eingeschlagen worden.

Und die Situation wird laut Luitpold Schneider nicht besser. „2017 wird wieder ein Käferjahr“, so der für Pähl zuständige Förster. Grund dafür sei „die hohe Ausgangspopulation“. Um zu verhindern, dass sich die Schädlinge – vor allem die sogenannten Buchdrucker, aber auch die sogenannten Kupferstecher – weiter ausbreiten, müssen die Waldbesitzer laut Schneider ihre Wälder alle zwei Wochen auf Bohrmehl an den Stämmen kontrollieren.

Wenn die Rinde von den Bäumen abfalle, sei es zu spät, dann sei der Käfer bereits ausgeflogen. Befallene Bäume müssten gefällt, entrindet und mindestens 500 Meter vom Wald entfernt gelagert werden. Die Rinde müsse unschädlich gemacht, und die Kronen müssten gehäckselt werden. Das Material dürfe nur verbrannt werden, wenn dies aufgrund der Witterung gefahrlos möglich sei.

Deibel ruft die Waldbesitzer dazu auf, einen Schädlingsbefall schnell zu melden. Wenn ein Harvester in dem Waldgebiet im Einsatz sei, könne er auch gleich die betroffenen Bäume fällen. Wer nicht sachkundig sei, kann sich bei der WBV oder beim Förster nach einer Schulung erkundigen.

Schädlingsbefall schnell melden

Nach wie vor gut ist die Nachfrage nach Energieholz, wobei laut Deibel Qualität gefragt ist. Auch für Hackschnitzel brauche man „richtiges Holz, Kompostware ist nicht gefragt“.

Im Landkreis Weilheim-Schongau, dessen Fläche zu einem Drittel bewaldet ist, gibt es laut einer wissenschaftlichen Studie, die in der Versammlung vorgestellt wurde, auch bei nachhaltiger Bewirtschaftung noch Potenzial für die Energiewende. Es könne noch Energieholz gewonnen werden, das jährlich acht Millionen Liter Heizöl ersetzt.

Alfred Schubert

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