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Mit den gelben Säcken wird einmal im Monat der Plastikmüll abgeholt.

Er reißt gerne, hat aber Vorteile

Ärgernis „Gelber Sack“

Landkreis - Er ist dünn wie Pergament und er reißt gerne. Der neue Gelbe Sack hat dennoch Vorteile. Er verursacht weniger Plastikmüll und spart dem Bürger Geld.

 Er reißt das erste mal schon beim Abreißen von der Rolle. Eine spitze Plastik-Verpackung bohrt sich durch die filigrane, pergamentartige gelbe Haut. Ratsch. Ein großer Schnitt. Der erste Müll quillt heraus. Der volle Sack wird aus seiner Verankerung gezerrt. Spätestens jetzt reißt er ein drittes Mal. Das schwarze Plastikband zum Verschließen baumelt jetzt irgendwo über dem Riss. Ein guter Zeitpunkt, um einen zweiten gelben Sack zu nehmen, um den ersten ohne größere Ausfälle an die Straße stellen zu können.

Bei der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft weiß man um das Problem „Gelber Sack“. Seit das Material dünner ist, gibt es immer wieder Beschwerden von Bürgern, räumt Claudia Knopp ein. Bei sorgsamer Handhabung ist der Sack allerdings vor allem eines: günstig und unfassbar umweltschonend.

Für die Qualität der Gelben Säcke ist man in Erbenschwang aber nicht zuständig. Die Entsorgung der Abfälle, die seit Einführung des Grünen Punkts anfallen, fällt in den Zuständigkeitsbereich des Dualen Systems. Das beliefert wiederum die Landkreise mit Gelben Säcken.

Man habe sich tatsächlich auch schon mal überlegt, ob der Landkreis Geld in die Hand nehmen soll, um die Qualität der Gelben Säcke zu steigern. Aber: Neben dem finanziellen Aspekt, spricht eben einiges dagegen. Zum Beispiel, „dass wir festgestellt haben, dass feste Säcke gerne für andere Sachen hergenommen werden, weil sie kostenlos sind“, so Knopp. Grasabfälle, Malerfolie, Altkleidersammlung: Die Verwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Für solche Angelegenheiten wird gern der robuste Papier-Sack genommen. Dieser muss robust sein, um der schweren Papierladung standzuhalten.

Den Gelben Sack darf man auf keinen Fall rütteln, leichte Plastikabfälle dürfen nur locker eingeworfen werden. Auch beim Abreißen von der Rolle muss man Vorsicht walten lassen. Dabei waren die Tüten schon mal mehr als dreimal so schwer und stabiler. In Zahlen: Als der Gelbe Sack 1993 eingeführt worden war, wog er 52 Gramm. 2004 wurde auf 34 Gramm „abgespeckt“. „Schon damals haben sich die Leute beschwert“, so Knopp

Der aktuelle Gelbe Sack wiegt gerade noch 17 Gramm. Und damit ungefähr so viel wie drei leere 200 Gramm-Joghurt-Becher. Das ist sparsam. Zumindest gemessen daran, dass im Landkreis Weilheim-Schongau jedes Jahr mehr als drei Millionen Gelbe Säcke verwendet werden. Knopp: „53 Tonnen Kunststoff werden so jedes Jahr im Landkreis gespart.“ Und zwar selbst dann, wenn man mal einen zweiten Gelben Sack über einen gerissenen ziehen muss. „Die Leute haben nur subjektiv das Gefühl, sie verschwenden viel Kunststoff.“

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