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Nicht sichtbar ist die Kante der Dachgaube für Reiner Bauer. Während der Blindenstock freie Bahn signalisiert, lauert für Blinde in der Architektur Gefahr. Dies zeigt er Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Behinderten-Beauftragter des Landkreises Ingo Remesch.

Oberland soll barrierefrei werden

„Die Blinden sieht man nicht“

Eberfing - Bis 2023 soll das bayerische Oberland barrierefrei werden. Bis dahin ist es noch ein langer Weg. Nun gibt es eine Fachtagung dazu in Eberfing:

Wenn von Menschen mit Behinderung und Barrierefreiheit die Rede ist, denken die meisten an Rollstuhlfahrer und abgesenkte Bordsteinkanten. Gerade das ist ein Problem für eine weit größere Gruppe, nämlich Menschen, die schlecht oder gar nicht sehen.

Sie werden kaum wahrgenommen, wie Reiner Bauer, der Leiter des Arbeitskreises „Barrierefreie Infrastruktur“ feststellt. „Die Blinden sieht man nicht“, so Bauer, da man nicht sehen kann, dass ein Mensch nicht sehen kann – während man Rollstuhlfahrer sofort erkenne. Ein weiterer Grund sei, dass sich Blinde häufig aus dem öffentlichen Leben zurückziehen würden. Nicht viel besser geht es den Menschen mit Hörbehinderung, wie Sabine Schlüss feststellt, die sich mit den Problemen dieser Personengruppe beschäftigt.

Hörbehinderte bräuchten mehr Induktionsschleifen, die gesprochene Information direkt aufs Hörgerät übertragen. Um auf diese Probleme aufmerksam zu machen, veranstaltet das Landratsamt Weilheim-Schongau eine Fachtagung, die unter dem Titel „Bayerisches Oberland für Alle“ steht.

Eingeladen sind laut Landrätin Andrea Jochner-Weiß alle, die in der Gestaltung des öffentlichen Raums tätig sind, also Bürgermeister, Behindertenbeauftragte und Bauamtsmitarbeiter ebenso wie Architekten. Ziel sei es, ein Bewusstsein für die Probleme aller Menschen mit Behinderung zu schaffen, das bei der Planung von Bauvorhaben eingesetzt werden könne.

Laut Ingo Remesch, der sich als Behinderten-Beauftragter des Landkreises mit der Thematik beschäftigt, gibt es zwar eine Konvention der Vereinten Nationen, umgesetzt werden müssten die Rechte der Behinderten aber „vor der Haustür“. Der bayerische Ministerpräsident hat laut einer Pressemitteilung des Landratsamts „das ehrgeizige Ziel ausgegeben, Bayern bis zum Jahr 2023 barrierefrei zu gestalten und somit die Inklusion umzusetzen“.

Von Alfred Schubert

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