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Günter Höß mit seinen selbstgetöpferten Figuren in seiner Wohnung in Weilheim.

was macht eigentlich . . . Günter Höss?

Golf statt Abfallentsorgung

Landkreis - Der ehemalige  Geschäftsführer der EVA genießt seinen Ruhestand. Heute heißt es  bei Günther Höss Golf statt Abfallentsorgung.

Günter Höß  Mitte der 90er Jahre bei einer Veranstaltung, bei der er fürs neue Müllkonzept warb. 

Die EVA war schuld, dass Günter Höß (74) vor rund 20 Jahren in Weilheim heimisch wurde. Allerdings handelt es sich bei besagter EVA nicht um eine Dame – Höß ist seit 43 Jahren verheiratet –, sondern um die Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft, deren Geschäftsführer er zehn Jahre bis 2003 war.

Nachdem er in Vorruhestand gegangen war, zog der gebürtige Dillingener – den schwäbischen Akzent hört man noch immer– 1997 von Polling an den Prälatenweg in der Kreisstadt. So lange hat Höß noch nie an einem Ort gewohnt, 17-mal ist er in seinem Leben schon umgezogen. Bevor er 1992 zur EVA kam, war er für die Firma „Philipp Holzmann“ unter anderem rund 15 Jahre in Liberia, Kuweit, Libyen und Saudi-Arabien tätig. In Liberia lernte er seine – deutsche – Frau kennen, die dort in einem Krankenhaus arbeitete.

Seine letzten Berufsjahre verliefen eher ruhig, das konnte man von der Anfangszeit bei der EVA nicht sagen: Höß und seine rund 30 Mitarbeiter waren bei der Gründung des Unternehmens 1992/93 die Buhmänner. Landkreisweit gab es Proteste gegen die Erhöhung der Müllgebühren, die zum Teil recht saftig ausfielen. Grund war, dass der Landkreis seine Müllentsorgung vollkommen neu ordnete. Nicht mehr Beamte, sondern auch Vertreter aus der Wirtschaft – eben der gelernte Kaufmann Günter Höß – sollten Müllentsorgung und betriebswirtschaftliche Führung in die Hand nehmen. Zudem setzte der Landkreis gegen den bayernweiten Trend nicht auf Müllverbrennungsanlagen, sondern auf Trennung, Sortierung und Deponierung der Abfälle und biologisch-mechanischer Behandlung. Dieser Ansatz, der auch den Neubau des AEZ in Erbenschwang beinhaltete, führte zu besagten Gebührenerhöhungen, die ausgerechnet in die Zeit fielen, als auch die EVA ihren Betrieb aufnahm. Landauf, landab warben Höß und sein Nachfolger, der damalige Prokurist Fritz Raab, in den Landkreis-Gemeinden für das neue Konzept – nicht immer erfolgreich. Beschimpfungen waren an der Tagesordnung, zumal auch noch eine private Firma, die „Hutec GmbH“, am Müllentsorger des Landkreises beteiligt war. „Ein Teil meines Gehaltes war seinerzeit sicher auch Schmerzensgeld“, so Höß. Ein knappes Vierteljahrhundert später zeigt sich, dass der Weg der EVA der richtige war, das Konzept, das die bayerische Staatsregierung seinerzeit noch verhindern wollte, gilt als vorbildlich. Die Müllgebühren wurden inzwischen neunmal in Folge gesenkt.

Höß malt und töpfert gerne. Leidenschaftlich widmet er sich dem Golfen (Handicap 14). Er spielt auch gerne Schafkopf. Im Sommer steht Golf im Vordergrund, im Winter treffen sich die Golfer einmal pro Woche zum Schafkopfen, zudem hält sich Höß im Sportstudio fit. Und auch beim traditionellen Schafkopf-Turnier der EVA ist Höß ein gern gesehener und durchaus erfolgreicher Gast. Beim jüngsten Turnier landete er auf dem 10. Platz.

Johannes Thoma

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