Auch das THW war im Kampf gegen die Fluten im Einsatz.

Weilheim-Schongau

In der Früh kamen die Fluten - Hochwasser im Landkreis

Landkreis - Zweimal wurde Peißenberg in den vergangen Tagen vom Hochwasser heimgesucht, am Sonntag traf es vor allem Polling. Dort wurden der Katastrophenfall ausgelöst.

Zweimal wurde Peißenberg in den vergangen Tagen vom Hochwasser heimgesucht, am Sonntag traf es vor allem Polling. Gegen 9.40 Uhr wurde dort der Katastrophenfall ausgelöst, Bahnstrecke und B 472 waren gesperrt.

Wenn irgendwo nach einem starken Regen Wasser über die Straße läuft, dann bringt das den Kreisbrandrat von Weilheim-Schongau, Dr. Rüdiger Sobotta, nicht so schnell aus der Ruhe. So war es auch am gestrigen Sonntag in aller Früh, als er am Funk eine erste entsprechende Nachricht aus Oberhausen hörte. Doch kurze Zeit später wurde er hellhörig: Es wurden Pumpen beim Technischen Hilfswerk (THW) angefordert. Und dann ging es Schlag auf Schlag, wie Sobotta gestern Mittag bei einer Pressekonferenz im Landratsamt in Weilheim sagte.

Zogen gestern erste Bilanz zum Hochwasser: (Von links) Dr. Stefan Günther, Felicitas Betz, Andrea Jochner-Weiß, Dr. Rüdiger Sobotta und Michael Limbrunner (BRK).

9.38 Uhr: Polling als Katastrophenfall eingestuft

In Oberhausen war das Hochwasser zwar kritisch, schon bald aber kein Thema mehr, dafür in Polling, so Sobotta. Dort wurde es richtig ernst, um 9.38 Uhr wurde der Katastrophenfall ausgelöst. Grund: Tiefenbach und Russengraben waren in den frühen Morgenstunden über die Ufer getreten und überfluteten vor allem die Huglfinger Straße und die Hofmark. Im Handumdrehen standen rund 50 Haushalte unter Wasser, 400 bis 500 Menschen waren betroffen, so Pollings Bürgermeisterin Felicitas Betz. Verletzt wurde bisherigen Erkenntnissen nach niemand, es musste auch niemand sein Haus verlassen. Auch die Trinkwasserversorgung nahm, so Dr. Stefan Günther vom Gesundheitsamt, keinen Schaden.

Vor allem liefen laut Betz Keller voll, das Wasser stand knietief und höher auf den Straßen und lief in die Räume im Erdgeschoss der Gebäude.

„Polling ist der Brennpunkt“, sagte Landrätin Andrea Jochner-Weiß mittags zur Hochwassersituation am Sonntag im Landkreis. Es gebe zwar Einsätze in einigen Dörfern, „aber nichts Gravierendes“. Auch in Peißenberg, wo vergangenen Sonntag und am Freitagabend Hochwasser war, sei am Sonntag um diese Zeit alles im Rahmen gewesen.

Eine Bilderstercke zum Hochwasser im Landkreis finden Sie hier:

42 Feuerwehren aus mehreren Landkreisen

Nach Polling eilten 42 Feuerwehren aus mehreren Landkreisen ein. 760 Feuerwehrleute unter Leitung von Kreisbrandinspektor Anton Kappendobler waren im Einsatz. Dazu Kräfte von THW, BRK, Polizei, Wasserwirtschaftsamt, Katastrophenschutz des Landratsamtes, Gesundheitsamt und Bergwacht Penzberg. Die Bergwacht deswegen, so Sobotta, weil sie eine Drohne hat, mit der aus der Luft Aufnahmen gemacht werden können.

Wasser, so weit das Auge reicht: Polling gestern Nachmittag.

Pollinger Bürger und Asylbewerber füllten Hand in Hand Sandsäcke

Nachdem es anfangs Probleme gegeben hatte, ausreichend Sandsäcke nach Polling zu bringen, liefen die Abfüllmaschinen in Antdorf, Altenstadt, Hugling und Peiting bald auf Hochtouren, so dass bis zu 20 000 Stück zum Schutz der Gebäude verbaut werden konnten. Außerdem wurde Sand auf den Sportplatz gekippt, wo die Pollinger Bürger und die dort lebenden Asylbewerber Hand in Hand Sandsäcke füllten und verbauten. „Es ist unglaublich, wie die Bevölkerung hilft“, so Betz.

Die Feuerwehren und das THW – vom THW waren laut Mitarbeiter Markus Metty auch Gruppen aus Pfaffenhofen, Sonthofen und Dachau nach Polling gekommen – waren vor allem damit befasst, das Wasser wegzupumpen. Mit einer Hochleistungspumpe, „Flutmodul“ genannt, die mittags aus Augsburg kam, wurde der Tiefenbach vor der Engstelle, an der er sich staute, aufgefangen und mit einem kilometerlangen Schlauch durch das Dorf auf eine Wiese außerhalb umgeleitet.

17.16 Uhr: Katastrophenfall aufgehoben

Am Nachmittag hörte es auf zu regnen, die Werdenfelsbahn, die wegen Unwetterschäden am Gleis bei Oberhausen ab 6.40 Uhr zwischen Polling und Huglfing nicht fuhr, verkehrte gegen 12.45 Uhr wieder. Die B 472 wurde rund eine Stunde später wieder für freigegeben. Der Katastrophenfall wurde um 17.16 Uhr aufgehoben. Kurz später zogen wieder dunkle Wolken auf.

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