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Schlechte Erinnerungen: Beim Pfingsthochwasser 1999 war auch die Straße an der Bahn bei Polling überflutet.

Maßnahmen an der Ammer geplant

Hochwasserschutz: Auf Pollinger Flur wird Weilheim geholfen

Weilheim/Polling –Im Juli 2017 soll die Planung für den ersehnten „Hochwasserschutz Ammer-Süd“ stehen. „Endlich“, hieß es gestern in Weilheims Bauausschuss – doch einige in der Stadt sind immer noch sauer.

Im Grunde hatten die Vertreter von Wasserwirtschaftsamt (WWA) und Planungsbüro mehrere gute Nachrichten für Weilheim, als sie am gestrigen Dienstag, 11. Oktober, in der Bauausschuss-Sitzung im Rathaus auftraten: Die notwendigen Maßnahmen für den „Hochwasserschutz Ammer-Süd“ sind laut Fachplaner Georg Kokai „relativ überschaubar“ und finden „fast ausschließlich auf Pollinger Flur“ statt. Neue Untersuchungen haben zudem ergeben, dass der Tiefenbach „keinen nennenswerten Einfluss auf Hochwasser in Weilheim“ hat, wie Projektleiter David Vogl vom WWA sagte. Somit gehe es in diesem Bereich nun ausschließlich um die Ammer – was der Stadt viel Geld spare.

Neu ist auch, dass es einen konkreten Zeitplan gibt: Ende März soll die Entwurfsplanung, im Juli 2017 die Genehmigungsplanung stehen. Doch diese Daten „interessieren mich nicht“, polterte CSU-Stadtrat Stefan Zirngibl im Ausschuss: Wichtig sei allein, wann der Hochwasserschutz „endlich fertig ist“ und Sicherheit für die Stadt bestehe, insbesondere hinsichtlich des Gewerbegebietes „Achalaich“. „Wir tun da seit über zehn Jahren ’rum“, rügte auch Bürgermeister Markus Loth (BfW) das Vorgehen des Wasserwirtschaftsamtes. Und Zirngibl setzte einen drauf: „Maßlos enttäuscht“ sei er von der staatlichen Behörde, nannte es eine „Frechheit“, wie diese die Stadt in dieser Sache bisher „im Wasser stehen“ lasse.

WWA-Vertreter Vogl wollte Vorwürfe zu früheren Vorgängen nicht kommentieren. „Aber jetzt ist es so“, sagte er, „dass wir diesem Projekt bei uns im Haus oberste Priorität einräumen und es so schnell, wie wir können, bearbeiten“. Dazu habe auch beigetragen, dass Bürgermeister Loth bei der Regierung von Oberbayern vorstellig wurde. Jedoch sei beispielsweise eine genaue Untersuchung des Tiefenbachs im Vorfeld wichtig gewesen.

Wann der „Hochwasserschutz Ammer-Süd“ abgeschlossen ist, hängt laut Vogl davon ab, „wie die Grundstücksverhandlungen laufen“, die der Planung folgen. Hauptmaßnahmen sind laut Ingenieurbüro „Kokai“ ein einfacher, anderthalb Meter hoher Schutzdeich entlang der Bahnlinie zwischen Polling und Oderding sowie ein kleiner Deich nördlich von Oderding. Von Maßnahmen in Weilheim war gestern überhaupt keine Rede. Wie eng Stadt Weilheim und Gemeinde Polling kooperieren, zeigte, dass Pollings Bürgermeisterin Felicitas Betz in den Ausschuss gekommen war. Bezüglich Grundstücksverhandlungen habe sie schon „vorgefühlt“, sagte Betz: „Ich bin mir sicher, dass wir dieses Projekt gut zu Ende bringen.“

Für den Start des Gewerbegebiets „Achalaich“ wird das laut Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt zu spät sein: „Die Firmen fangen dort Ende 2017 zu bauen an.“ Eine Zwischenlösung seien eventuell Änderungen bei der Straßenplanung.

Die Kosten für den „Hochwasserschutz Ammer-Süd“ schätzt Planer Kokai auf 2,4 Millionen Euro – zu tragen je zur Hälfte vom Freistaat und von der Stadt Weilheim. Eigentlich wäre laut Vogl auch „die Bahn als Vorteilsziehender“ zu beteiligen. Aber da habe er auf Granit gebissen.

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