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Engagiert in Sachen "Ausbildung" ist das Unternehmen "Aerotech" in Peißenberg. Über 40 Interessenten kamen zu seiner "Nacht der Ausbildung". Etwa zehn Lehrstellen sollen zum 1. September geschaffen werden - "diese Zahl kann variieren, abhängig von den Bewerberb, nach oben oder unten", so Thomas Hahn von "Aerotech".

Interview zur Lehrstellensituation im Landkreis

„Kümmert euch ums Thema ,Ausbildung’!“

Landkreis – 200 junge Menschen suchen laut Juli-Bericht der Agentur für Arbeit im Landkreis noch einen Ausbildungsplatz. Dabei sind noch rund 270 Lehrstellen frei. Über diesen scheinbaren Widerspruch sprach Klaus Hofbauer von der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Weilheim. Die IHK geht davon aus, dass viele Lehrstellen unbesetzt bleiben.

Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass so viele Lehrstellen unbesetzt bleiben?

Klaus Hofbauer: Zum einen liegt es natürlich am demographischen Wandel – die Zahl der möglichen Bewerber nimmt ab. Zum anderen lässt die Ausbildungsreife der Jugendlichen oft zu wünschen übrig. Es mangelt nicht selten an Grundkenntnissen in Mathematik und Deutsch, und an Grundtugenden wie Höflichkeit und Respekt. Und Grunderziehungsarbeit können die Betriebe nicht auch noch leisten. Außerdem haben wir eine Tendenz zur „Akademisierung“. Viele Eltern sind der Ansicht, dass ihre Kinder mit einem noch höheren Abschluss mehr Zukunfts- und Verdienstchancen haben .

Spielt auch eine geringe Bezahlung eine Rolle, wenn manche Lehrstellen nicht besetzt werden?

Hofbauer: Da sehe ich nicht unbedingt einen Zusammenhang. Die Entscheidung für eine Ausbildung fällt eher entsprechend den Neigungen und mit Blick auf die späteren Karrierechancen. Viele Ausbildungsbetriebe versuchen heute aber, ihre Lehrstellen zum Beispiel durch höhere Entlohnung und Weiterbildungsangebote schmackhaft zu machen. Manchmal gibt es sogar die IT-Ausstattung für zu Hause oder es wird sogar ein Dienstwagen in Aussicht gestellt. Große Ausbildungsbetriebe tun sich natürlich leichter, Extra-Anreize zu bieten.

Was kann man dagegen tun, dass Ausbildungsplätze offen bleiben?

Hofbauer: Die IHK tut einiges, um die duale Ausbildung nach vorn zu bringen. Wir versuchen das Thema überall zu platzieren und wieder in den öffentlichen Fokus zu rücken, zum Beispiel auf Messen und anderen Veranstaltungen oder – in geeigneter Form – über die Frühförderung der Kleinsten im Kindergarten. Auch bei der Initiative „Bildungsstandort Weilheim-Schongau – Lernen mit Perspektive“ geht es um Berufsbildung. Wichtig scheint mir auch der frühe Kontakt in die Schulen, um den Schülern die Möglichkeiten der dualen Ausbildung aufzuzeigen.

Und was können Betriebe selbst machen?

Hofbauer: Mein grundsätzlicher Appell lautet: „Kümmert euch um das Thema ,Ausbildung’, weil euch die Fachkräfte ausgehen!“ Die aktuelle Situation ist dem einen oder anderen Betrieb noch gar nicht bewusst. Der Appell geht auch an Betriebe, die bisher gar nicht ausbilden. Aufträge dürfen nicht verloren gehen, weil es an Arbeitskräften fehlt. Die IHK steht interessierten Unternehmen beim Thema „Berufsbildung“ beratend und begleitend zur Seite. Betriebe sollten aber zum Beispiel auch selbst aktiv auf Schulen zugehen, um ihr Ausbildungsangebot bekannt zu machen.

Welche Rolle spielt für die IHK die Eingliederung von Asylbewerbern in den Ausbildungsbereich?

Hofbauer: Das spielt für uns durchaus eine Rolle: So hat die IHK ein Paket zur Integration von Asylbewerbern durch Ausbildung verabschiedet. Einerseits gehen unsere Berater in Berufsschulklassen für Flüchtlinge, andererseits in Betriebe, um beide zusammenzubringen. Viele Firmen signalisieren eine grundsätzliche Bereitschaft, Asylbewerber auszubilden, bestätigen aber auch ihre Unsicherheit beim Thema „Aufenthaltsrecht“ und sehen vor allem Probleme wegen der Sprachbarrieren. Integration geht nicht von heute auf morgen. Meiner Erfahrung nach müssen jugendliche Asylbewerber wenigstens in den Berufsvorbereitungsklassen gewesen sein, um für eine Berufsausbildung überhaupt in Frage zu kommen. Asylbewerber auszubilden, wird aber insgesamt nur ein kleiner Beitrag zur Lösung des Problems „Fachkräftemangel“ sein.

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