Kunden müssen Taxi fahren

Ärger mit Bahn-Ersatzverkehr

Weilheim – Ein Bahn-Schaffner hat im letzten Nachtzug von München nach Weilheim einen Schienenersatzverkehr angekündigt, den es gar nicht gab. Mangels Bus mussten Fahrgäste ein Taxi zahlen. Sie wollen ihr Geld zurück!

Ein Wettrennen von Weilheim nach Peißenberg lieferten sich der Peitinger Franz Rohleder (34) und die Bayerische Regiobahn in der Nacht auf Dienstag. Grund dafür war ein Irrtum eines Schaffners.

Ursprünglich wollte Rohleder mit dem Zug von München nach Peiting fahren und hätte dazu in Weilheim in den letzten Zug der „Bayerischen Regiobahn“ (BRB) umsteigen müssen. Kurz bevor der Zug um kurz nach Mitternacht in Weilheim einfuhr, machte der Schaffner eine Durchsage: „Er meinte, dass die BRB nicht fahren würde. Stattdessen sollte ein Bus als Schienenersatzverkehr vom Bahnhofsvorplatz von Weilheim nach Peißenberg fahren“, so Rohleder. Was er und der Schaffner nicht wussten: Der Schienenersatzverkehr war abgesagt worden. Gemeinsam mit einem anderen Fahrgast, einem Soldaten aus Köln, wartete der Peitinger vor dem Weilheimer Bahnhofsgebäude auf den Bus. „Es kam jedoch keiner.“

Plötzlich fuhr der BRB-Zug von Weilheim in Richtung Schongau doch ab. „Wir sahen nur noch die Rücklichter, und da das der letzte Zug für heute war, teilten wir uns ein Taxi und versuchten, die BRB einzuholen“, erzählt der Peitinger. Taxifahrer Udo Stocchi brachte Rohleder und den Kölner zum Peißenberger Bahnhof, wo sie ihre Fahrt mit dem Zug der BRB fortsetzten. Die Taxikosten von rund 20 Euro teilten sie auf. Für beide steht jedoch fest: „Wir wollen unser Geld zurück“, so Rohleder.

Bekannte Shitstorm-Fälle

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Bei der „Bayerischen Regiobahn“ und der „Deutschen Bahn“ entschuldigt man sich für die Unannehmlichkeiten und zeigt sich kulant. „Das ist blöd gelaufen“, meint Florian Lehner, Teamleiter im Vertrieb der Bayerischen Regiobahn. Die BRB übernehme die Kosten. Wo genau der Fehler lag, konnte Lehner nicht sagen. Er vermutet aber, dass der Schaffner der „Deutschen Bahn“, der die Durchsage gemacht hatte, nicht wusste, dass der Schienenersatzverkehr abgesagt wurde.

Das bestätigt die „Deutsche Bahn“. Ein Pressesprecher teilte der Heimatzeitung mit, dass die Mitarbeiter nicht rechtzeitig über die Absage des Schienenersatzverkehrs informiert werden konnten. Die DB wolle nun auch die Kosten für das Taxi übernehmen. Nun kann sich Rohleder aussuchen, wer seine Taxirechnung bezahlen wird.

Aber Hallo!

Sie haben ein Anliegen und finden, es gehört in die Zeitung? Melden Sie sich: 0881/18926.

Jonas Regauer

Rubriklistenbild: © dpa

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