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Jobs gibt es, doch wer kann, sollte eine Stelle annehmen, die sozialversicherungspflichtig ist. 

über 20 000 Frauen in Teilzeit, in einem Mini-Job oder als Leiharbeiterin

„Klebeeffekt“ bei Minijobs

Landkreis - Im Landkreis waren Ende 2015 über 20 000 Frauen in Teilzeit, in einem Mini-Job oder als Leiharbeiterin beschäftigt gewesen. Besorgniserregend sei der Trend, dass Teilzeit immer mehr zum Normalarbeitsverhältnis für Frauen werde, so die IG BAU. Wir sprachen darüber mit Maria Vogl, Beauftragte für Chancengleichheit bei der Agentur für Arbeit in Weilheim.

Rund 20 000 Frauen in „atypischen Jobs“, kann man das überhaupt so sagen, Frau Vogl?

Es ist schwierig, darauf eine Antwort zu geben. Die Frage ist schon mal: Was versteht man unter einem „atypischen Job“? Auch Leiharbeiterinnen sind zum Beispiel sozialversicherungspflichtig, mit allen Rechten und Pflichten. Natürlich gibt es Branchen, die schlechter bezahlt sind, und oft sind dort überproportional viele Frauen tätig.

Mini-Jobs sind also wirklich eine sogenannte Rentenfalle?

Ja, das ist so. Seit einer Gesetzesänderung sind Mini-Jobs zwar rentenrechtlich relevant (es sei denn, man lässt sich von der Regelung befreien), und das ist gut so. Aber das Ganze hat einen großen Haken: Eine Untersuchung von Professor Carsten Wippermann vom „DELTA-Institut“, Penzberg, hat gezeigt, dass es bei Mini-Jobs einen sehr großen „Klebeeffekt“ gibt. Das heißt, aus einem Mini-Job kommt man oft schwer wieder raus, auch wenn man gedacht hat, dass man ihn nur für eine Übergangszeit macht. Geringfügig Beschäftigte haben sogar in Bewerbungsverfahren schlechtere Aussichten als Frauen, die eine berufliche Auszeit genommen haben. Da sie nur einen sehr geringen Beitrag zur Rentenversicherung zahlen, liegt ihre Rente auch nach 20 Jahren Mini-Job weit unter der Grundrente. Wir empfehlen daher in der Regel, sich auf eine sozialversicherungspflichtige Stelle mit über 450 Euro Einkommen zu bewerben.

Und wie ist das mit der Teilzeitarbeit?

Die ist grundsätzlich sozialversicherungspflichtig und daher wesentlich empfehlenswerter als ein Mini-Job. Für sie gilt natürlich auch: Je weniger Einkommen ich habe, desto weniger sorge ich für die Rente vor. Aber da muss man die Frage stellen: Wer arbeitet in Teilzeit? Es sind Menschen, die aus persönlichen Gründen etwa wegen der Kinderbetreuung nicht mehr arbeiten können oder wollen. So etwas finde ich völlig in Ordnung.

Mancher fragt sich, wie viel er verdienen muss, damit er später genug Rente hat. Kann man dazu eine Aussage treffen?

Das ist sehr schwierig, da man bei jedem den gesamten Erwerbsverlauf betrachten muss. Zeiten, in denen man gar nicht erwerbstätig war, reißen oft ein großes Loch in die Rente. Ich rate daher: Versuchen Sie, den Erwerbsverlauf möglichst lückenlos zu halten – mit sozialversicherungspflichtigen Beiträgen. Junge Frauen, die ein Kind bekommen haben, wollen oder müssen heute ohnehin oft schnell zurück in den Job. Das geht auch leichter als früher, da das Angebot an Kinderbetreuung besser geworden ist.

Wollen junge Mütter heute oft auch eine Vollzeitbeschäftigung?

Es gibt bei Menschen, die familiäre Pflichten haben, häufiger den Wunsch, die Arbeitszeit zu reduzieren – das gilt für Mütter und Väter. Aber manchmal ist das im Betrieb gar nicht so einfach umsetzbar. Trotzdem werden da sehr kreative Wege gefunden. Väter, die Teilzeit arbeiten wollen, stoßen oft noch auf wenig Verständnis bei ihrer Firma. Das traditionelle Rollenbild ist noch präsent. Wenn es darum geht, ob der Mann oder die Frau beruflich kürzer tritt, fällt die Wahl auch heute noch oft auf die Frau, da sie häufig den geringeren Verdienst hat. Teilzeit ist im übrigen oft nicht mehr der klassische Vormittagsjob: Auch die 30- oder 32-Stunden-Woche ist sehr gefragt.

Info:

Kontakt zu Maria Vogl von der Agentur für Arbeit in Weilheim: Telefon 0881/991 -222, Fax 0881/991-146, E-mail: Maria.Vogl@arbeitsagentur.de

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