Falsches Spiel mit der Liebe 

Muslime beinahe Opfer von Betrügerin

Schongau - Ein dreister Fall von Betrug über eine Dating-Plattform für Muslime ist durch einen Zufall über ein Schongauer Reisebüro aufgeflogen. Eine in Griechenland lebende Frau wollte mehrere Bürger aus der Region übers Ohr hauen.

 Die Betrügerin hatte sich auf der Datingplattform „Muslima.com“ registriert, um das Vertrauen potenzieller Opfer zu gewinnen. Monatelang gaukelte sie ihren Verehrern vor, sie würde sie heiraten, um ihnen dann im letzten Moment das Geld aus der Tasche zu ziehen. Neu an dieser Betrugsmasche ist, dass zunächst kein Geld, sondern ein Flugticket vom Opfer erbeten wird. Das soll Vertrauen suggerieren und zeigen, dass man ernsthaft an einem Treffen interessiert ist. Erst kurz vor Flugantritt wird die Situation durch erfundene Geschichten verschärft. Das Bayerische Landeskriminalamt hat auf Anfrage ähnliche Fälle bestätigt.

Im aktuellen Fall half nur der Zufall, dass die Betrügerin aufgeflogen ist. Sie hatte gleich zwei Verehrer parallel an der Angel. Während sie vom Schongauer Adnan P. (Namen geändert) das Flugticket von Deutschland ausstellen ließ, erklärte sie Kazim A. aus Mindelheim, sie hätte das Ticket über ihre Freundin in Griechenland gebucht. Zum Beweis schickte sie ein entsprechendes Foto von einer E-Ticket-Bestätigung aus Deutschland. Diese wiederum hatte sie zuvor von Adnan P. per WhatsApp zugeschickt bekommen, der das Ticket vom Schongauer „VBR-Reisebüro“ aus absenden ließ.

Eine deutschsprachige E-Ticket-Bestätigung in Griechenland? Das kam Kazim A. seltsam vor. Seine Skepsis wuchs, als die begehrte junge Frau ihn vom Athener Flughafen aus anrief und eine besonders ausgeklügelte Geschichte erzählte. Sie brauche zusätzliche Versicherungen für 1500 Euro und würde ohne diese nicht durch den Check-In kommen. Kazim A. meldete sich daraufhin telefonisch beim Reisebüro, um die Situation zu schildern. Die Adresse hatte er auf dem WhatsApp-Foto der E-Ticket-Bestätigung gesehen.

Was er jedoch nicht wusste: Kurz zuvor hatte bereits der Schongauer Adnan P. im selben Reisebüro angerufen. Auch von ihm hatte die angebliche Traumfrau mit ähnlichen Gründen 1000 Euro gefordert. Der zuständige Reisebüro-Mitarbeiter war zunächst verwirrt und glaubte, dass Kazim A. und Adnan P. verwandt sind und es sich um denselben Fall handelt. Als er das dem Schongauer bei einem weiteren Telefonat erzählte, der aber versicherte, dass kein weiterer Verwandter von diesem Treffen wisse, war endgültig klar, dass beide fast einer Betrügerin auf den Leim gegangen wären. Beide Opfer tauschten telefonisch ihre Erfahrungen aus – offenbar wollte die Betrügerin aus Griechenland mehrere Überweisungen an einem einzigen Tag empfangen. Wie viele mögliche Opfer sie noch am Haken hatte, ist unklar.

Peter Staudacher, Inhaber des Schongauer „VBR-Reisebüros“, waren die angeblichen Schwierigkeiten am Check-In schon damals komisch vorgekommen: „Ich habe noch nie gehört, dass Passagiere auf dem Weg von Griechenland nach Deutschland Bargeld dabei haben müssen.“ Er sei froh, dass der Betrug verhindert worden sei.

Halil Celiksoy

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