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Symbolfoto.

psychisch kranker Mann fährt ohne Führerschein

Angeklagter kann sich an nichts erinnern

Landkreis -  Ein 68-jähriger psychisch kranker Mann fährt ohne Führerschein, kann sich daran aber nicht erinnern. Nun stand er vor Gericht.

Seit über 40 Jahren leidet ein 68-jähriger Mann aus dem Landkreis Weilheim-Schongau an einer bipolaren Störung. Nach einem Klinikaufenthalt in den 70er Jahren wurden ihm Tabletten verordnet, die er sein Leben lang einzunehmen hat. Die Krankheit bekam er damit ganz gut in den Griff. Mit den Tabletten war er laut eigener Aussage beschwerdefrei.

Als vor drei Jahren seine Frau verstarb, nahm er es nicht mehr so genau mit der Einnahme der Tabletten. Und so brach die Krankheit wieder aus. „Er ist dann ein vollkommen anderer Mensch“, sagte sein Sohn vor dem Amtsgericht Weilheim aus. Er hatte selbst die Polizei informiert, weil sein Vater im Dezember letzten Jahres wiederholt mit einem Auto durch die Gegend fuhr, ohne im Besitz eines Führerscheins zu sein. Wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis musste sich sein Vater nun vor dem Amtsgericht verantworten. Das Fahrzeug hatte der Mann irgendwann im November gekauft. Es waren aber nur Tageskennzeichen am Auto vorhanden, somit war es nicht vorschriftsmäßig für den Dauerbetrieb angemeldet.

Wenn dem 68-Jährigen die Krankheit zu schaffen machte, äußert sich das in zwei Verhaltensweisen: Der Mann muss unbedingt raus und irgendwohin fahren, und er befindet sich in einem Kaufrausch. „Ich kaufe dann Sachen, die ich überhaupt nicht brauche“, sagte er vor Gericht. Sein Sohn war sich sicher, dass er niemals so gehandelt hätte, wenn die Krankheit nicht wieder ausgebrochen wäre. „Man kann in so einer Phase nicht mit ihm reden und verhandeln“, sagte er.

Seit März nimmt der Mann wieder die Tabletten. An den Kauf des Autos und an die unerlaubten Fahrten kann er sich nicht erinnern. „Aus irgendeinem Grund wollte ich anscheinend ein Auto“, sagte er vor Gericht. Im August 2015 wurde ihm die Fahrerlaubnis entzogen.

Richterin Katrin Krempl setzte die Hauptverhandlung aus mit der Begründung, dem Angeklagten einerseits einen Pflichtverteidiger zur Verfügung zu stellen und andererseits über einen psychologischen Sachverständigen ein Gutachten zur Schuldfähigkeit des Mannes einzuholen. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

Regina Wahl-Geiger

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