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Wollen für die SPD in den Bundestag: Enrico Corongiu (links, Mittenwald) und Felix Burger (Murnau). 

Bundestagswahl 2017

SPD: Burger und Corongiu wollen in Bundestag

Landkreis - Zwei SPD-Mitglieder wollen bei der Bundestagswahl 2017 die CSU-Hochburg stürmen. Am Samstag ist Aufstellungsversammlung in Murnau.

Ein gesundes Selbstvertrauen ist unabdingbar, wenn man als SPD-Kandidat 2017 im Bundestagswahlkreis Weilheim, einer CSU-Hochburg, antreten will. Felix Burger (Murnau) und Enrico Corongiu (Mittenwald) haben es. Einen von beiden werden die Genossen ins Rennen schicken. Aus dem Landkreis Weilheim-Schongau hat sich – bislang – kein Kandidat gefunden

Für den Bundestagswahlkreis Weilheim (226) sitzt Alexander Dobrindt seit 2002 im Parlament. Der Minister für Verkehr und Infrastruktur holte das Direktmandat viermal in Folge. Im Juli nominierte ihn die CSU-Basis einstimmig zum Spitzenkandidaten im Wahlkreis, der für 2017 neu zugeschnitten wurde und nur noch die beiden Landkreise Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen umfasst.

Felix Burger (27), Verkaufsleiter in der Lebensmittelbranche, und Enrico Corongiu (38), stellvertretender Bereichsleiter des BRK-Rettungsdienstes, haben Ansichten, die sich in vielen Punkten gleichen, beim Thema „soziale Gerechtigkeit“ zum Beispiel. Vor allem die Schaffung bezahlbaren Wohnraums, etwa mittels Genossenschaften oder staatlicher Wohnbaugesellschaften, liegt ihnen am Herzen. Beide sitzen in den Gemeinderäten ihrer Heimatorte und im Kreistag. Dass Dobrindt bei der Bundestagswahl der Favorit ist, beeindruckt sie wenig. Burger glaubt sogar an ein „rotes Wunder“. Fest steht: Nur einer von beiden wird antreten. Wer das sein wird, das bestimmen die SPD-Delegierten am Samstag, 24. September, in Murnau bei der Aufstellungskonferenz (10 Uhr, „Griesbräu“).

„Dobrindt hat nicht viel vorzuweisen“, kritisiert Corongiu. In letzter Zeit sei es ruhig um ihn geworden – und das groß angekündigte Mautprojekt sei verschoben worden. Burger bemängelt bei Dobrindt „Populismus und eine rückwärtsgewandte Politik“. Es helfe nicht, so Corongiu, wie die CSU rechte Parolen auszurufen. Diese stärken nur die AfD. Die Bundesrepublik habe in den vergangenen Jahrzehnten Millionen Menschen aufgenommen. „Das hat Deutschland nicht geschadet.“ Und was ist mit den Verkehrsprojekten hier in der Region, die die CSU gerne als ihre Verdienste anpreist? Viele stünden nur auf einer Wunschliste, so Burger. Und auch bei der Frage, ob auf Bundesebene rot-rot-grün eine Option sei, herrscht Einigkeit. Beide liebäugeln mit einem Linksbündnis. Corongiu erkennt eine große Schnittmenge. Burger: „Das ist eindeutig möglich.“ Allerdings müsse sich Die Linke dafür noch bewegen.

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