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Nach dem Starkregen sind derzeit viele Mücken unterwegs.

Auffallend viele Mückenstiche

Landkreis - Auf den Regen folgen die Mücken. Manch ein Wirt klagt sogar über Umsatzeinbußen. Eine Apothekerin verrät, welches Produkt wirklich gegen die Blutsauger hilft.

Auf den Regen folgen die Mücken – und wie! Ob im Biergarten oder auf der Liegewiese am See, die Plagegeister sind überall. Die Heimatzeitung hat mit Wirten und einer Apothekerin über die kleinen Blutsauger gesprochen.

Kristian Kramaric leidet wegen der Mücken unter enormen Einbußen, wie der Pächter des „Café Restaurant Seestuben“ am Dietlhofer See bei Weilheim sagt. Die Terrasse des Restaurants liegt nur wenige Meter vom Seeufer entfernt. „Es ist eine Katastrophe. Es tut uns leid für die Gäste, wir stellen auch spezielle Kerzen auf, doch das hilft alles nichts“, berichtet er. Die Besucher hätten keine Lust, bei schönem Wetter in der Gaststätte zu sitzen, und den Biergarten verließen sie wegen der Mückenschwärme.

Anders sieht Stiev Stoll die Situation in seiner Schlossgaststätte „Hohenberg“ bei Seeshaupt: „Klar sind mal Mücken da, vor allem wenn keine Sonne scheint und es in den Abendstunden zu dämmern anfängt“, sagt er. Er habe nicht das Gefühl, „dass es mehr sind als sonst.“ Seit sieben Jahren arbeitet er in der Gaststätte und hat, wie er sagt, schon Schlimmeres erlebt: „2009, 2010, das war heftig. Da mussten wir uns auf dem Weg vom Haus ins Auto richtig beeilen.“ Stoll findet aber auch, dass das Thema in den Medien zu sehr aufgebauscht werde. Nach dem Motto: Wo lange Regen war, „müssen jetzt viele Mücken sein‘“.

Stoll setzt auf die Sonne. „Letztes Jahr gab es im August bei uns keine Mücken mehr, weil es so heiß war“, sagt er. In der Zwischenzeit stellt er seinen Gästen Anti-Mücken-Sprays zur Verfügung. Er hat auch schon über ein System nachgedacht, das Mücken einsaugt. „Aber da ist man schnell bei 2000 Euro.“ Das rentiere sich, wenn überhaupt, nur für Hotelgrundstücke in See-Nähe, die wegen der Mücken größere Verluste machten.

Die Apothekerin Iris Hundertmark, Chefin der „Bahnhof Apotheke“ in Weilheim, sieht in diesen Tagen auffallend viele Kunden, die „völlig zerstochen“ sind. Die Kunden kauften deshalb oft Anti-Mückensprays und Gels für die Behandlung der Stiche. Doch gegen manche der gängigen Sprays seien Mücken zum Teil inzwischen resistent, weshalb sie „Anti Brumm Forte“ empfiehlt. „Das ist todsicher. Der Duft des Sprays legt sich so über den menschlichen Eigengeruch, dass die Mücke einen nicht mehr als Wirt wahrnimmt. Es ist wie eine Art Tarnkappe.“ Durch eine Studie habe sie vor kurzem erfahren, dass Mücken auch von Alkohol angezogen werden, davon aber auch betrunken werden.

Nach einem Stich empfiehlt sie Salben wie „Fenistil“. „Ist die Stichstelle stark geschwollen und ist viel Wasser im Gewebe, sollte man aber einen Arzt aufsuchen.“ Gerade bei Kindern sei Vorsicht geboten, da sie besonders sensibel reagierten. Außerdem seien vor allem in den stehenden Gewässern, die von Mücken bevorzugt werden, Keime, die Entzündungen verursachen können.

Auch an den Osterseen sind Mücken jedes Jahr ein Thema. In Iffeldorf wird daher seit einiger Zeit das Bakterium „BTI“ diskutiert, da es Mückenlarven bekämpft. Auf eine Lösung, mit der alle – außer eben die Mücken – leben können, hat man sich bisher jedoch noch nicht einigen können.  

lvp

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