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In Polling  wurden Wiesen überflutet. Die Häuser  blieben am Dienstag von den Wassermassen verschont.

Weilheim-Schongau

Überflutungen nach Starkregen

Landkreis – Wieder traten Bäche über die Ufer, waren Straßen überflutet und standen Keller unter Wasser: Ein erneuter Starkregen hielt am Dienstagnachmittag viele Einsatzkräfte aus dem Landkreis auf Trab.

Skeptische Blicke gab es in Peißenberg am Wörthersbach. Ob das Wasser noch steigt? Der Bach blieb diesmal in seinem Bett. Trotzdem gab es  in der Gemeinde Keller, die vollliefen.  

 Es zeigt sich jedoch, dass aus den Erfahrungen der Vergangenheit gelernt wurde und dass vor kurzem durchgeführte Maßnahmen – wie das Entfernen von Wasserpflanzen aus dem Tiefenbach in Polling – Erfolg bringen.

„Bei uns war es diesmal fast schlimmer als an dem Katastrophen-Freitag“, sagte Bürgermeister Thomas Dorsch aus Hohenpeißenberg. Anfang Juni war es am Berg sogar zu Hangrutschen gekommen. Am Dienstag liefen nun rund 50 Keller und Wohnungen im Ort voll. „Den Bauhof hat’s kräftig erwischt“, sagt Dorsch. Hier wurden die Schreinerei und das Lager geflutet. Am Hauptstollen schwemmte ein Bach zudem viel Schlamm auf die Straße. Der Bürgermeister schätzt, dass der Gemeinde an diesem Abend zwischen 50 000 und 100 000 Euro Schaden entstanden sind.

Binnen etwa einer halben Stunde stiegen die Pegel des Tiefenbachs und des Rettenbachs bei Polling am Dienstag stark an, wie Bürgermeisterin Felicitas Betz berichtet. Der Tiefenbach stieg 35 Zentimeter über den normalen Wasserstand – und damit vorübergehend Meldestufe 3 („großes Hochwasser“). Beim Rettenbach, der in den Tiefenbach mündet, waren es 37 Zentimeter über dem Normalpegel. Die Folge: Es wurden vor allem Wiesen überflutet. Der Tiefenbach, der Anfang Juli Teile Pollings überschwemmt und große Schäden angerichtet hatte, trat diesmal nur an drei Stellen außerhalb des Ortes über die Ufer. Es wurden Sandsäcke verbaut, und auch Pumpen waren im Einsatz. Mäharbeiten im Bach hätten sich bewährt, sagt Betz. „Die Wasserpflanzen nehmen nämlich viel Volumen weg“ – Volumen, das jetzt das Wasser beanspruchen konnte.

Bereits am Dienstag entspannte sich die Lage in Polling wieder. „Derzeit ist sie nicht mehr akut“, so Betz am gestrigen Vormittag. Sie zeigte sich aber erschüttert angesichts der Wassermassen, die der Starkregen mit sich gebracht hatte: „Das Wasser kam einfach den Berg runter“, dies sei sowohl aus Richtung Oberhausen-Berg als auch aus Richtung Etting der Fall gewesen.

Von Wassermassen berichtet auch Doris Richter, Wetterbeobachterin im Observatorium auf dem Hohen Peißenberg. Dort wurde ein 24-Stunden-Niederschlag von 40,5 Litern pro Quadratmeter festgestellt. Das ist zwar an sich kein besonders hoher Wert (bisheriger Höchstwert auf dem Berg: 138,5 l/qm), doch fiel diese Menge fast ausschließlich in der Zeit von 16.30 bis 17.52 Uhr. „Es waren mehrere Gewitter rundherum“, so Richter, „aus denen hat sich ein starkes Gewitter entwickelt.“ Dieses habe extrem viel Niederschlag mit sich gebracht. Zeitweise hagelte es auf dem Hohen Peißenberg sogar, und die Sichtweite betrug nur 20 Meter.

„Einen so starken Regen habe ich bei uns noch nie gesehen“, sagte Peter Erhard, Bürgermeister und zugleich Feuerwehrkommandant in Böbing über die Niederschläge vom Dienstag. Vor allem im Ortsteil Pischlach drückten die von Schönberg kommenden Wassermassen durch Fenster und Türen. Von 17 bis 21 Uhr pumpte Erhard mit seinen Feuerwehrleuten zwölf Keller aus.

Vom Starkregen betroffen war auch Rottenbuch. Die Straßen an Schweigsee und Echelsbacher Brücke waren überschwemmt und mussten gesperrt werden. Der Campingplatz stand unter Wasser, und es mussten auch Keller leer gepumpt werden.

Auch im Gemeindebereich Wessobrunn verursachte der Starkregen vom Dienstag Schäden. Unter anderem drang in fünf Keller in Wessobrunn und Haid Wasser ein. „Es wurde ordentlich gepumpt und verbaut“, sagt Bürgermeister Helmut Dinter über der Arbeiten, die angesichts der Wassermassen erfolgten. Diese hätten relativ wenig Schaden angerichtet. Dinter äußerte sich zufrieden über die Maßnahmen, die nach den Überflutungen Anfang Juni in seiner Gemeinde ergriffen wurden – „sie haben alle was gebracht“. Zum Beispiel hätten die sanierten Brücken die Wassermassen jetzt gut ausgehalten. Gelernt habe man auch aus den Erfahrungen vom Juni, so der Bürgermeister – „beim zweiten Mal geht es eben besser“. 

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