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Heiter und stimmig waren die Stücke des Ensembles „Musica Burana“ um Franz Schesser (3.v.l., an der Zither) am Sonntagabend in der Iffeldorfer Pfarrkirche St. Vitus. 

„ländliche konzerte“  

Feine Klänge, komische Lyrik

Iffeldorf - Die „Musica Burana“ begeisterte in der Reihe "Ländliche Konzerte" mit Volksmusik. Die  Texte befremdeten jedoch.

 Ihr hohes Niveau haben die Instrumentalisten der achtköpfigen „Musica Burana“ am Sonntagabend beim „Ländlichen Konzert“ in Iffeldorfs Pfarrkirche St. Vitus eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Klassische Volksmusik vom Feinsten, garniert mit heiteren Stücken von Mozart, mit Dvoraks bekannter „Humoreske“ und einem Menuett von Jean-Baptiste Lully – ein stimmiges (Musik-)Programm. Aber die Poesie dazwischen? Sie war weit hergeholt. Die rund 100 Besucher mögen sich einen Reim darauf machen, warum die Ausführenden ausgerechnet „Kultpoetin“ Friederike Kempner (1828-1904), die als „schlesischer Schwan“ und „Königin der lyrischen Verirrung“ bezeichnet wird, in den Mittelpunkt des Gesprochenen rückten. Ob Verse wie „Amerika, du Land der Träume“, das Sinnieren über Fische und Elefanten, Kanarienvogel, Papagei und den geliebten „Nero“ („In den Augen meines Hundes liegt mein ganzes Glück“) oder ein Gedicht ohne den Buchstaben „r“ der passende Stoff für ein Konzert mit Poesie in einer schlichten, aber heimeligen Kirche sind? Da darf ein dickes Fragezeichen gesetzt werden.

„Freuen Sie sich auf einen unterhaltsamen Abend mit stilsicher vorgetragener Volksmusik der ,Musica Burana“ und poetischen Stilblüten von unfreiwilliger Komik“, hieß es in der Ankündigung. Erstes ist zu unterstreichen. Die Besetzung mit zwei führenden Geigen, zwei Flöten, Zithern, Klarinette (meist bei Mozart-Stücken), mit Harfe und Kontrabass hat eine ansprechende Auswahl an Stücken eindrucksvoll dargeboten. Brillant die Läufe der Violinen im Trio des „Dorfmusikantensextetts“ von Mozart, energisch der Rhythmus, weich und warm der Klang auf dem Kontrabass, spritzig das Piccolo im Schlussstück „Goldeggwenger Bairischer“. Klassische Volksmusik, die wunderschön in diese Dorfkirche passt.

Anders die Passagen der Poesie, die von den Sprechern Heiner Grupp und Heinz Hennen (zugleich Flötist im Ensemble) mit klarer Stimme vorgetragen wurden, wobei die auslandende Gestik Hennens bisweilen etwas gekünstelt wirkte. Gewiss: Heitere Texte zum Schmunzeln haben auch in der Kirche ihren Platz. Aber sie dürfen, sie sollen mehr Bezug zur Musik, zur Gegend, zu Brauchtum oder Religion haben. Die literarischen Happen Kempners, die da in der Iffeldorfer Kirche verabreicht wurden, sind leichte, komische Kost, aber nicht für jeden leicht verdaulich.

Johannes Jais

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