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Hatten ihren Spaß: die Schüler der Josef-Zerhoch-Grundschule in Peißenberg bei der Autorenlesung von Frauke Nahrgang.

Lesung in Peißenberg

Lebhafte Autorin, kichernde Schüler

Peißenberg - Mit Mörderspinnen und Nashornschwestern brachte Autorin Frauke Nahrgang Grundschüler in Peißenberg zum Lachen. Und sie erzählte ihnen, dass Lügen nicht immer verboten sei.

Es war ein Unterricht der besonderen Art, den die Grundschüler der Josef-Zerhoch-Grundschule in Peißenberg am Mittwoch erlebten. Frauke Nahrgang, eine erfolgreiche Kinderbuch-Autorin, hatte den dritten und vierten Klassen einen Besuch abgestattet. Die 65-Jährige, die seit 30 Jahren Kinderbücher schreibt und früher als Grundschullehrerin tätig war, las gekonnt ihre humorvollen Kindergeschichten vor.

Anfangs ging es um einen Waschbären, der Seife mag. Eigentlich hasst es der Waschbär in Nahrgangs Erzählung, sich zu waschen. Doch als er es der Seife „zeigen will“ und sie herunterschluckt, kommt bei jedem Schluckauf eine Seifenblase aus seinem Mund. Die Schüler kicherten.

Die Autorin ging immer wieder auf die Schüler ein und stellte ihnen Fragen, die mit den Geschichten zu tun hatten. „Wer von euch hat Geschwister?“ – Viele Arme schnellten hoch. Und das war auch schon ihre Überleitung zur nächsten Geschichte, in der sich zwei Nashornschwestern zanken. Als sie sich versöhnen wollen, fangen sie aus einem unsinnigen Grund wieder an, sich zu streiten und bemerken gar nicht, dass sie dabei eine blaue Orchidee zertrampeln. Ja, in Nahrgangs Geschichten stecken nicht nur Humor, sondern auch einige kluge Botschaften.

Als Nahrgang aus Sicht eines Jungen erzählte, erklärte sie ganz banal, wie das funktioniert: „Ich erzähle jetzt, als wär ich Konrad. Aber Ihr seht ja, ich bin es nicht“, sagte sie mit einem Augenzwinkern. Und dann wurde es auch noch richtig spannend: Konrad sucht nämlich nach einem Weg, wie er seine Mutter davon abhalten kann, sein Zimmer ständig aufzuräumen. Er hat schließlich die Idee, Spinnen im Zimmer auszusetzen. Doch dann erzählt ihm ein älterer Schüler, dass diese „Mörderspinnen“ seien, und schließlich landet Konrad in einem ziemlichen Schlamassel. So, wie die Autorin ihre Geschichten vorliest, macht nicht nur Grundschülern das Zuhören Spaß. Eine Autorenlesung wird an der Schule übrigens zwei Mal im Jahr von der ehemaligen Lehrerin Gisela Wember und Christine Rothwinkler von der gleichnamigen Leseagentur organisiert. Und Nahrgang war auch da, um vom Schriftsteller-Dasein zu berichten. Davon, wie eine Idee im Bauch kribbelt, wie sie ins Heft, dann in den Computer, zum Verlag und schließlich in den Druck kommt. Und sie machte den Kindern Mut. Bei ihren Erzählungen müsse sie auf Anweisungen des Verlags oft etwas ausbessern. „Das kommt euch vielleicht bekannt vor, wenn ihr Aufsätze zurückbekommt.“ Das sei normal und überhaupt nicht schlimm, betonte Nahrgang. Sie selbst habe als Kind Schwierigkeiten beim Schreiben der Wörter gehabt. „Wenn ihr selber Geschichten schreiben wollt, lasst euch bloß nicht davon abhalten.“ Einer der Vorzüge sei daran, dass man alles erfinden dürfe. In den eigenen Geschichten dürfe man zum Beispiel länger aufbleiben, mehr Fernsehen und müsse keine Hausaufgaben machen. Auch lügen wäre möglich – und das ist im wahren Leben schließlich streng verboten.

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