Zeugnisse alter Tage sind in den beiden Räumen der BRK-Ausstellung zu sehen.

BRK-Museum in Peißenberg

Der Sanitäter mit dem Fleischwolf

Peißenberg - Rettung damals und heute: Im BRK-Museum in Peißenberg zeigt die Entwicklung des Sanitätswesens in den vergangenen Jahrzehnten.

Als etwas gruselig kann man das Museum im Keller des BRK-Hauses schon empfinden, wenn man moderne Medizin gewohnt ist. In der Ausstellung, die zwei Räume füllt, hat Balu Knedlik die Fundstücke sorgsam aufgebaut, die er aus der Historie des Rettungswesens zusammengetragen hat. Beim Tag der offenen Tür durften erstmals Besucher das Museum anschauen.

Knedlik berichtete den Interessierten, dass 1923 die erste Sanitätskolonne in dem Bergwerksort gegründet worden war. Peißenberg war, was das Rettungswesen anbelangt, damals anderen Gemeinde weit voraus. Grund dafür war das Bergwerk, das bereits eine eigene Grubenrettung hatte. Somit waren Wissen und Gerätschaften schon vorhanden – was sich auch im Museum widerspiegelt. Ein ganzes Fach füllen Grubenlampen, die für die Rettung unter Tage eingesetzt wurden.

Wie rasant die Entwicklung auf dem Gebiet der Medizin fortschreitet, ist an den Gerätshaften zu erkennen – deren Sinn erschließt sich dem Laien nicht sofort. So ist zum Beispiel eine Spule mit Kurbel zu sehen. Sie diente laut Knedlik dazu, Verbandsmaterial nach dem Waschen wieder aufzuwickeln. Einwegmaterial, heute Standard, gab es nicht. Die Stoffe wurden gewaschen, aufgewickelt, in Packpapier verpackt und mit Schnur zugebunden. „Irgendwie liebevoll verpackt“, bemerkte Knedlik dazu.

Einblick gibt das Museum auch in die Ausbildung der Rettungssanitäter. An zwei Wochenenden wurde diese damals absolviert, von den Peißenberger Sanitätern in einem „Haus Hildegard“ in München, wie ein Ausbildungsplan vom Oktober 1934 belegt.

Richtig fortschrittlich wurde die Rettung in den 1970er Jahren. Zwei Autotelefone von Motorola und Siemens belegen dies. Mit den heute klobig wirkenden Kästen konnten die Retter schon bis Weilheim funken.

Museumsführer Knedlik erklärte auf Nachfrage auch, was ein Fleischwolf mit Handkurbel in einer Rot-Kreuz-Ausstellung zu suchen hat. Er wurde nie für die medizinische Behandlung verwendet, sondern gehört zu einem ganz anderen Aufgabenbereich des BRK. Es sorgt bei längeren Einsätzen auch für die Verpflegung der Einsatzkräfte und kümmert sich bei Katastrophen um die Bevölkerung – heute allerdings nicht mehr mit dem handbetriebenen Fleischwolf.   

Museum besichtigen

Das Museum kann nur nach vorheriger Anmeldung besucht werden. Interessenten werden gebeten, bei der BRK-Kreisgeschäftsstelle (0881/92900) ihre Kontaktdaten zu hinterlassen. Balu Knedlik meldet sich dann.

Alfred Schubert

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