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Seit Mitte September müssen Autofahrer an der Ecke Schongauer Straße/Bergwerkstraße durch den Mini-Kreisverkehr.

Neuer Kreisverkehr

Am Mini-Kreisel hat's schon fünfmal gekracht

Peißenberg - Ein Leichtverletzter und 32700 Euro Schaden: Das ist die bisherige Unfallbilanz im neuen Peißenberger Kreisverkehr. Und der ist erst zwei Monate alt.

Am Dienstag ist es wieder passiert. Erneut übersah eine Autofahrerin den neuen Peißenberger Kreisverkehr. Sie rammte ein Fahrzeug, das ordnungsgemäß seine Runde zog. Es war der fünfte Unfall an jener Stelle, an der die Bergwerkstraße in die Schongauer Straße mündet – und das, obwohl es den Kreisverkehr erst seit Mitte September gibt. Bisher wurde ein Beifahrer leicht verletzt, der Gesamtschaden beläuft sich mittlerweile auf rund 32 700 Euro. Ein Unfallschwerpunkt sei der Kreisverkehr statistisch gesehen aber nicht, sagt die Polizei Weilheim – noch nicht. Kommen weiterhin in kurzen Abständen Zusammenstöße hinzu, „könnte er sich zu einem entwickeln“.

Das hofft Bürgermeisterin Manuela Vanni nicht. Dass Autofahrer solche Schwierigkeiten mit dem Mini-Kreisel haben, „damit habe ich nicht gerechnet“, sagt sie. Sie vermutet, dass sich die Einheimischen erst an die geänderte Verkehrssituation gewöhnen müssen. Tatsächlich waren bisher vor allem Peißenberger oder Fahrer aus der Umgebung Schuld an den Unfällen.

Zweifel am Bau des Mini-Kreisverkehrs hat Vanni nicht. „Es war die richtige Maßnahme“, sagt sie. Der Kreisel bringe Vorteile mit sich. „Von der Bergwerkstraße aus kann man leichter rausfahren. Und auch die Situation für Fußgänger hat sich erheblich verbessert.“ Für sie wurde eine Verkehrsinsel geschaffen, außerdem sind die Autos nun langsamer unterwegs, sodass es leichter wird, die Straßenseite zu wechseln.

Dass Autofahrer Tempo rausnehmen, war der Sinn des Kreisverkehrs. Weniger Geschwindigkeit bedeutet weniger Lärm – das ist ganz im Sinne der Anwohner. Zur Beruhigung der Ortsdurchfahrt soll es weitere Umbauarbeiten entlang von Hauptstraße und Schongauer Straße geben. Auch über weitere Kreisverkehre – zum Beispiel am Abzweig zur Wörther Straße und vor dem „Rigi-Center“ – wird nachgedacht. „Da gibt es aber noch keine konkreten Pläne“, sagt Vanni. Wegen der bisherigen Blechschäden im neuen Kreisverkehr soll es kein Umdenken geben. „Wenn sich jeder an die Verkehrsregeln hält, dann gibt es auch keine Probleme“, sagt sie.

Das sieht Werner Hoyer, Gemeinderat (Peißenberger Liste) und Vorsitzender der Gebietsverkehrswacht Schongau, genauso. Auch er sieht die Fahrer in der Pflicht. Die Entwicklung zeige, „dass viele nicht wissen, wie man einen Kreisverkehr befährt“. Zwar sei jener in Peißenberg eine Mini-Ausgabe, „trotzdem bleiben die Regeln gleich“. Wie er beobachtet hat, scheinen die einige nicht zu kennen. Manche blinken nicht, andere missachten die Vorfahrt. Deshalb überlegt Hoyer, mit der Verkehrswacht einen kostenlosen Kurs für das Befahren von Kreisverkehren anzubieten.

Ein anderer Aspekt ist hingegen in den sozialen Medien und auch in einer Umfrage der Heimatzeitung aufgekommen: Viele kritisieren, dass der Kreisverkehr schlecht zu sehen sei. Hoyer kann sich vorstellen, dass auch das ein Problem ist. Das müsste geprüft werden. „Eventuell muss man dann weitere Hinweisschilder aufstellen“, sagt er – und zwar auf der Schongauer Straße. Vielleicht würde es ja dann endlich rund laufen.

Umfrage: Was halten Sie vom Peißenberger Kreisverkehr?

Danny Bär

Danny Bär, Inhaber „KRAXLA“: Ich als Anlieger hatte
keinerlei Infos bekommen, wann der Bau losgeht. Eines Morgens waren meine Parkplätze vor der Tür einfach weg, Baumaschinen standen da. Hier hätte ich mir mehr Kommunikation seitens der Gemeinde gewünscht. Der Kreisel und die Schilder sollten besser beleuchtet sein.

Melanie Wieden

Melanie Wieden: Ich fahre diese Strecke nicht oft, bin aber selbst schon fast über den Kreisel gefahren, weil man den wegen der zu späten Beschilderung nicht wirklich rechtzeitig sieht. Die Hinweisschilder müssten viel weiter vom Kreisel entfernt schon stehen. In meinen Augen ist der Kreisel absolut unnötig und reine Geldverschwendung.

Hermann Engelniederhammer

Hermann Engelniederhammer: Der Kreisel ist viel zu eng und unübersichtlich. Er sollte zudem mit LEDs beleuchtet sein, damit er besser sichtbar ist. Zudem wäre ein Kreisel beim „Rigi-Center“ oder beim Gasthof „Zur Post“ viel sinnvoller. Ein Problem ist aber auch, dass viele Autofahrer beim Ausfahren nicht blinken und teilweise abrupt bremsen.

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