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Fühlt sich wohl in Strallen: Georg Kropf vor seinem Haus. 

Georg Kropf im Porträt

Mit Ruhe und Gelassenheit

Peißenberg - Georg Kropf (53) war schon als Zehnjähriger bei der Leonhardifahrt dabei. Seit 2002 ist er Vereinsvorsitzender. Wir haben ihn im Porträt.

Der Großvater war’s. Er hat Georg Kropf angesteckt, da war der Peißenberger noch ein Bub. Seitdem trägt er den „Virus“ mit sich herum. „Mein Opa hat mich mit seiner Leidenschaft für Rösser infiziert“, sagt Kropf und lächelt. Heilungschancen? Absolut keine. Pferde, Leonhardifahrt, Leonhardiverein – das alles gehört einfach zum Leben des 53-Jährigen dazu.

Der war mit zehn Jahren das erste Mal bei der Peißenberger Leonhardifahrt dabei – er saß auf einem Pony seines Opas, Georg Benedikt. Später verkaufte Kropf Festzeichen, 1982 trat er dann dem Leonhardiverein bei und ritt fünf Jahre später bei der Standarte – 15 Jahre lang. Dann wurde er Vorsitzender, ein wenig überraschend. „Das war eine Überrumpelungsaktion“, erinnert sich Kropf, der sich immer sicher war, niemals einen Vorstandsposten zu übernehmen. Doch dann kam die Jahresversammlung 2002. Plötzlich gab es keinen, der die Nachfolge von Johann Schwaller antreten wollte. Kropf ließ sich überreden, die Verantwortung zu übernehmen. „Mir ist es darum gegangen, dass es eine komplette Vorstandschaft gibt und die Fahrt stattfinden kann“, sagt er. Dafür sorgt er mittlerweile seit 15 Jahren. Fragt man im Vorfeld der Fahrt, ob es etwas Neues gibt, sagt Kropf zumeist: „Alles wie immer.“ Will jemand im Nachhinein wissen, wie’s war, sagt er ebenfalls: „Wie immer.“ Er meint das positiv. Denn wenn die Pferde durch den Ort ziehen, geht’s dem Katholiken nicht um Show und Event. Es geht ihm um Tradition und Glaube. „Das ist eine Wallfahrt“, sagt er mit ruhiger Stimme.

Der Peißenberger ist kein lauter Mensch. Er strahlt vielmehr eine gehörige Portion Gelassenheit aus. Da passt sein Beruf ganz gut ins Bild. Kropf bringt den Menschen Wärme ins Haus. Er ist Kachelofenbauer. 1997 hat er sich selbstständig gemacht. Er zeigt auf einen Ofen in seinem Ausstellungsraum. „Das war einer der ersten mit Glasscheibe.“ Wenn das Feuer lodert, „ist das angenehm. Da kann man abschalten“.

Er ist stolz auf seinen Beruf. Zu diesem ist er eher zufällig gekommen. Eigentlich hatte der junge Kropf eine Ausbildung zum Heizungsbauer im Auge – aber die gewünschte Stelle war bereits vergeben, und das Unternehmen bot ihm an, Kachelofenbauer zu werden. Kropf stimmte zu. „Ich habe es nie bereut“, sagt er heute. „Es ist ein kreativer Beruf.“ Jedes Haus, jeder Raum, ja, auch jeder Kunde ist anders. Kropf mag es, für jeden die passende Lösung zu finden. Daran tüfteln kann er im Haus der Familie, dort hat er seinen Unternehmenssitz. Kropf wurde in Peißenberg geboren, zog 1987 zu seiner Frau Marianne nach Strallen. Die beiden haben zwei Kinder, Sohn Georg (25) und Tochter Katharina (23).

Im Ausstellungsraum seines Unternehmens hat der 53-Jährige für ein Gespräch mit der Heimatzeitung Platz genommen. Er spricht über die Leonhardifahrt und seine Aufgaben als Vorsitzender, über seinen Beruf und seine Heimat. Seinem Gegenüber schaut er stets direkt an, Lachfalten legen sich um seine Augen, als er kurz aus dem Fenster schaut. „Es ist schon schön hier“, sagt er. Nur eine kurze Zeit in seinem Leben hatte er Peißenberg verlassen. Nach der Lehre zog er für die Arbeit nach Dillingen (Schwaben). Das war nichts für ihn. „Mir sind die Berge abgegangen“, sagt Kropf und schüttelt den Kopf. „Da oben ist es viel zu eben.“ Also ging’s zurück zum Hohen Peißenberg. Zurück in die Heimat. Seit einigen Jahren unternimmt er mit seiner Frau und einem befreundeten Pärchen regelmäßig Hüttentouren. Drei bis fünf Tage ist die Gruppe dann unterwegs. Kropf genießt die Natur, den Blick über die Gipfel.

Aber er kommt immer wieder gern nach Hause. Im Garten wachsen Kräuter, aus denen er morgens oft einen Tee zubereitet. Und hier ist die Familie stets in der Nähe. Kropf mag es, wenn er seine Kinder und deren Partner um sich herum hat. Und er mag die Arbeit im Stall. Natürlich stehen da Pferde. Kaltblüter. 1989 hatte er sich auf dem Fohlenmarkt in Rottenbuch sein erstes Pferd gekauft. „Linde“ hieß die Stute. Kropf begann auch, zu züchten, mehr als fünf Tiere hatte er aber nie im Stall stehen. Mit der Zucht hat er mittlerweile aufgehört – der Markt ist gesättigt. „Wenn dann jeder weiter züchtet wie bisher, geht das nicht“, sagt er. Deshalb hat er das Hobby, das zwar arbeitsintensiv, „aber auch schee“ ist, beendet.

Zwei Kaltblüter aber, die besitzt er noch. Eine davon ist Solande, die alle nur „Sonni“ nennen. Die 20-jährige Stute reitet er am Sonntag bei der Leonhardifahrt. Die Wallfahrt ist zum Glück ja stets im Herbst. Hitze mag die ältere Dame nämlich gar nicht. Die hat ihren Besitzer gut im Griff. Das Essen steht immer pünktlich da, sie darf in den Stall, wann immer sie möchte. Kropf schmunzelt. „Meine Frau sagt, ich hab sie ganz schön verwöhnt.“

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