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Damals und heute: Wolfgang Haas im Mai vor 13 Jahren (l.), als er noch Kulturveranstalter war, im „Sowieso“. Anfang 2016 war er bei der Programmvorstellung der Energiemesse in Weilheim als Enegieberater dabei. 

Was macht eigentlich...Wolfgang Haas?

Mit voller Kraft Energieberater

Peißenberg - Was macht eigentlich Wolfgang Haas? Der frühere Veranstaltungsleiter und Kulturmanager ist mittlerweile ausschließlich Energieberater.

„Mein Herzblut hängt an der Kleinkunst. Da freu’ ich mich oft mehr drauf als auf die kommerziellen Sachen“, sagte Wolfgang Haas vor ein paar Jahren einmal im Gespräch mit der Heimatzeitung, als er für den Peißenberger Kulturverein noch als Veranstaltungsleiter tätig war. Die Förderung von Künstlern, die nicht den Mainstream bedienen, hat ihn immer gereizt. Haas war in der Szene gut vernetzt. Ein paar Jahre lang führte er die Gaststätte „Sowieso“ an der Sulz – früher eine überregional bekannte Plattform für Bands jeglicher Couleur. Auch die „Sportfreunde Stiller“ gaben sich bei Haas die Ehre. 2004 mit Eröffnung der Tiefstollenhalle übernahm er schließlich die Programm-Organisation für den Kulturverein.

Zehn Jahre später war mit der Kulturarbeit aber dann Schluss. Haas widmete sich voll und ganz einer anderen Aufgabe. Was er heute macht? Aufmerksame Leser der Heimatzeitung wissen es. Haas ist Geschäftsführer der „Ammer-Lech-Loisach-Energieberatung“ sowie Mitorganisator der Weilheimer Energiemesse – und wie schon bei der Kleinkunst ist er wieder mit viel Herzblut bei der Sache. „Das Thema ‘Energie‘ war immer schon mein Steckenpferd. Es verfolgt mich seit meiner Lehrzeit“, sagt der gelernte Anlagenelektroniker. Mit der energetischen Gebäudesanierung wurde Haas vertraut, als er 2003 von den Großeltern ein altes Bergwerkshäuschen in der Bachstraße erbte. Nur drei Jahre später gründete er das Energieberater-Netzwerk „Ammer-Lech-Loisach“: „Das ist so etwas wie mein Baby“, sagt Haas, dessen „Hauptjob“ es ist, Sanierungskonzepte für Altbauten und die energetische Planung für neue Einfamilienhäuser zu erstellen sowie Zuschussprogramme anzuzapfen: „Vor zehn Jahren wurde man als Energieberater noch belächelt – heute geht es ohne nicht mehr“, betont er stolz. Und was ist mit der Kultur? Haas hat das Amt des Kulturmanagers ganz bewusst aufgegeben. Die zeitliche Inanspruchnahme durch den Hauptberuf als Energieberater und freier Mitarbeiter der Verbraucherzentrale war mit der Veranstaltungsorganisation in der Tiefstollenhalle nicht mehr unter einen Hut zu bringen. „Auch die Familie hat ihren Tribut gezollt“, erzählt Haas, der seinen Rückzug nicht bereut: „Die Arbeit im Kulturverein war eine gute Geschichte und hat Spaß gemacht. Aber es war richtig aufzuhören.“

Natürlich verfolgt Haas noch mit Interesse die programmliche Gestaltung in der Tiefstollenhalle, „aber der Kontakt zum Kulturverein ist nicht mehr so da.“ Eigentlich war ein fließender Übergang geplant, doch Haas hat erkannt: „In Vereinen funktioniert so etwas nicht.“ Er hat sich für einen „sauberen Schnitt“ entschieden: „Emotional bin ich da jetzt draußen.“ Haas schließt nicht aus, sich irgendwann wieder im kulturellen Bereich zu engagieren: „Aber momentan habe ich dazu noch nicht das Bedürfnis gespürt.“ Der Fokus ist voll und ganz auf Familie und Energieberatung gerichtet. Haas will über Vorträge seine Berufserfahrung weitergeben und eventuell die Energiemesse ausbauen: „Ich bin begeisterungsfähig und immer offen für neue Geschichten“, sagt der 49-Jährige, der im nächsten Jahr die 50 vollmacht. Für ihn eine Zäsur? Ganz und gar nicht: „Ich nehm’ den Geburtstag ganz locker. Das macht mir überhaupt nichts aus“, versichert Haas.

Bernhard Jepsen

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