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Symbolfoto.

Peißenberger hatte Kunden betrogen

„Mein Mandant neigt zu Schlampigkeit“

Peißenberg - Ein Peißenberger (32) hatte seine  Kunden beim Internet-Verkauf betrogen. Dafür wurde er zu vier Jahre auf Bewährung und 1400 Euro Strafe verurteilt.

Sein „iPhone 6“ verkaufte er über „eBay“ im vergangenen Jahr gleich zweimal. Einmal für 300 Euro und am nächsten Tag noch einmal für 330 Euro. Erhalten haben die Käufer das Gerät nicht. In einem Fall will der Angeklagte es jedoch abgeschickt haben. „Ich finde aber den Beleg von der Post nicht mehr“, meinte der 32-jährige Peißenberger.

Wegen zweifachen Betrugs musste er sich nun vor dem Amtsgericht Weilheim verantworten. „Mein Mandant neigt zu extremer Schlampigkeit und hat Gedächtnislücken“, sagte seine Verteidigerin. Er sei so lebensuntüchtig, dass sie auch als Betreuerin für ihn zuständig sei.

Immer wieder ist der Angeklagte mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Und es war meistens das Internet mit diversen Käufen und Verkäufen, das ihm Ärger einbrachte. Zur Zeit steht er wegen einer einschlägigen Tat unter offener Bewährung. Die Staatsanwältin glaubte den Angaben des Angeklagten, er sei einfach nur schlampig und habe aus Versehen das „iPhone“ zweimal verkauft, kein Wort. „Sie sind schon geschäftstüchtig und wollten sich bereichern“, sagte sie. Die Verteidigerin gab überraschenderweise der Staatsanwältin Recht. Sie betonte aber auch, dass die Schlampigkeit ein Zeichen einer Krankheit des Angeklagten sei. Nicht umsonst sei ihm eine Betreuerin zugewiesen worden. „Er ist ein sehr schwieriger Fall. Er braucht immer einen, der ihm sagt, wo es lang geht“, sagte sie.

Seit März hat der Peißenberger wieder einen festen Arbeitsplatz auf einem Schrottplatz. Vorher arbeitete der unverheiratete zweifache Vater mal als Kellner, mal als Koch, aber nie für eine längere Zeit. Vor Gericht zeigte er sich einsichtig. „Ich möchte kein Internet mehr haben. Ich bin eindeutig internetsüchtig“, sagte er. So will er jetzt seinen Laptop und auch sein „iPhone“ abgeben. Richterin Katrin Krempl sah einen Internetentzug als eine gute Lösung an. Denn durch die Verlockung des Internets habe der Angeklagte eine krasse Rückfallgeschwindigkeit zu betrügerischen Absichten gezeigt, meinte die Richterin.

Sie verurteilte den Peißenberger zu sechs Monaten Haft, die sie noch einmal für vier Jahre zu Bewährung aussetzte. Der Angeklagte muss 1400 Euro in monatlichen Raten von 100 Euro an Herzogsägmühle zahlen.

Die Richterin begründete ihr mildes Urteil mit der günstigen Sozialprognose des Angeklagten, da er eine feste Arbeit habe und auch den Willen zeige, von seiner Internetsucht loszukommen. Zum Schluss fand sie noch sehr deutliche Worte: „Mit ein paar Klicks können Sie das nächste Mal ins Gefängnis kommen“.

Regina Wahl-Geiger

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