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Zur Spendenübergabe stilecht vorgefahren: Franco Colle überreicht den Scheck an Sozialdienstleiterin Tanja Möller. 

Aktion der "Gasoline Gang"

"Oldies meet Oldies" im Seniorenzentrum

Peißenberg - Oldtimer haben am Seniorenzentrum Peißenberg Halt gemacht - und die Menschen dort mächtig erfreut.

Ja, wo bleiben sie denn? Bereits vor einer Stunde wurde am Seniorenzentrum St. Ulrich der hauseigene Parkplatz geräumt. Es werden ganz spezielle Besucher erwartet. „Sie verspäten sich etwas“, beruhigt Sozialdienstleiterin Tanja Möller. Auf der Terrasse haben es sich rund 60 Senioren beim Grillfest gemütlich gemacht. Das „Trio Royal“ sorgt für Musik, doch wo bleibt die Hauptattraktion? „Vielleicht springen’s ned an“, spekuliert Herta Sindel verschmitzt lächelnd. Die 86-jährige Heimbewohnerin meint die Straßenkreuzer der „Gasoline Gang“. Die Oldtimerliebhaber um Franco Colle haben sich heute im Seniorenzentrum angesagt – getreu dem Motto „Oldies meet Oldies“. Die Gang hat bei ihrem „5th Vintage Motor& Music-Festival“ im Juni eine restaurierte Vespa versteigert. Die Aktion brachte einen Erlös von 1500 Euro ein – und als Empfänger wurde das Seniorenheim St. Ulrich auserkoren. Colle und Kollegen haben zum Seniorenfest auch noch Sponsoren für die sechs Torten („Stroblwirt“, Oberhausen) und das Grillfleisch (Metzgerei „Schneider“, Weilheim/Oberhausen) aufgetrieben.  Von der Hans-Böckler-Straße hört man lautes Knattern – ein untrügliches Zeichen: Die „Gasoline Gang“ kommt. Auf dem Parkplatz fahren ein Fiat-Spider 124, ein 59-er Ford-Fairlane Galaxie, ein Mercedes 230 E, ein Ford Flathead, ein Chevrolet Pick-Up, ein Buick Skylark und ein Ford A-Modell Baujahr 1928 vor. Die blitzblank herausgeputzten Fahrzeuge ziehen sofort die Blicke der Bewohner auf sich. Und wecken Erinnerungen: „Zu den Autos hat man zu meiner Zeit ,Ami-Schlitten‘ g’sagt“, erklärt Sindel. Die rüstige Seniorin – „Der Rollator ist mein Neuwagen“ – kennt sich aus: „Ich mag Autos generell. Bis vor zwei Jahren bin ich selber noch hinter dem Steuer gesessen.“ Sindel ist schon als Zweijährige mit dem Opa im Motorradbeiwagen von München nach Darmstadt gefahren – „unfallfrei“, wie sie erzählt. Dass die „Gasoline Gang“ ins Seniorenzentrum kommt, findet die automobilerfahrene Dame „richtig toll“.

Das wiederum freut Colle und sein Team. Die „Alteisen-Fans“ müssen bisweilen immer noch gegen Klischees ankämpfen: „Manche glauben, wir sind tätowiert und fahren nur Moped“, schüttelt Colle den Kopf: „Aber wir machen uns schon sehr viele Gedanken, wie wir im sozialen Bereich etwas Gutes tun können.“ Die Gang veranstaltet neben dem Oldtimertreffen jährlich die „X-Mas-Rock’n’Roll-Party“ und neuerdings den Weiberfasching. „Bei uns steht nicht das Dollarzeichen im Vordergrund“, betont Colle. Mit den Überschüssen wird die Basis für die Organisation weiterer Veranstaltungen gelegt – und eben Jahr für Jahr ein soziales Projekt unterstützt.

Im Seniorenzentrum melden sich derweil die ersten für eine Proberundfahrt an. Auch Nachwuchs reiht sich ein. Benedikt (10) darf bei Colle im Ford Fairlane mitfahren. Für den autistisch veranlagten Buben ein Highlight. Der Kontakt hatte sich beim letzten Oldtimertreffen ergeben: „Benedikt hat davor monatelang kaum etwas gesprochen. Die Autos hatten eine positive Wirkung auf ihn“, erzählt Colle.

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