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Auf Strom aus Sonne und Wind setzen Robert Brenzing (Mitte) und seine Frau Marianne. Hans Arpke sieht darin ein Zukunftsmodell der Stromversorgung. 

peißenberger energiegenossenschaft

Strom aus Sonne und Wind

Peißenberg - Die Peißenberger Energiegenossenschaft hat ihr zweites Projekt abgeschlossen. Es steht in Schwabniederhofen.

Strom ohne großen Flächenverbrauch produzieren und ohne lange Stromautobahnen zum Verbraucher bringen, darin sieht Hans Arpke vom Vorstand der Peißenberger Energiegenossenschaft die Zukunft. Nachdem die vor drei Jahren gegründete Genossenschaft eine konventionelle Photovoltaikanlage gebaut hat, ist jetzt das zweite Projekt abgeschlossen. Es ist eine Kombianlage, die aus Solarzellen und einer Windturbine besteht.

„Das hat den großen Vorteil“, sagt Arpke, „dass sie länger Strom liefert.“ Gerade bei schlechtem Wetter, wenn der Ertrag der PV-Anlage zurückgeht, wehe oft der Wind. Und Wind gibt es auch nachts, die Lücken zwischen dem Sonnenuntergang und dem Sonnenaufgang, wenn die Solarzellen keinen Strom produzieren, werden kleiner. Die Anlage, die auf dem Dach einer landwirtschaftlichen Halle von Robert und Marianne Brenzing in Schwabniederhofen montiert ist, hat aber noch einen Vorteil. „Der Strom ist komplett für den Eigenbedarf bestimmt“, so Robert Brenzing. Er trägt also nicht zu der oft befürchteten Überproduktion von Strom an sonnigen Tagen bei, die das Netz belastet.

Als Milchviehbetrieb hat der Hof der Brenzings einen hohen Strombedarf. Also wird der Strom vom Dach gleich selbst verbraucht. Da Erzeugung und Verbrauch nicht deckungsgleich sind, ist noch ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 9,6 Kilowattstunden zwischengeschaltet. „Damit erreichen wir vollständigen Eigenverbrauch“, so Arpke. Mit einem Ertrag von rund 9000 Kilowattstunden elektrischer Energie pro Jahr rechnet der Energieexperte, „vielleicht sogar etwas mehr, denn der Wind nimmt zu.“

Gut zwei Drittel der Energie – 6200 Kilowattstunden – kommen von der Solaranlage mit einer Spitzenleistung von 6,4 Kilowatt, den Rest – rund 2900 Kilowattstunden – liefert der Wind, der die Turbine auf dem Scheunendach dreht und über die vertikale Achse einen Generator antreibt, der bis zu drei Kilowatt liefert.

Arpke sieht die Energiegenossenschaft mit diesem Modell auf dem richtigen Weg. Betriebe, die zusammen mit den Kommunen mehr als drei Viertel des Stroms in Bayern verbauchen, müssten eigene Anlagen für ihre Stromversorgung aufbauen, die mehrere Energiequellen kombinieren. Durch Batteriespeicher oder – soweit möglich – Anpassung des Verbrauchs an die Erzeugung könne die Energiewende gelingen.

In der Region bieten sich laut Arpke fünf regenerative Energiequellen an: Windkraft, Wasserkraft, Solarstrom, Geothermie und Biomasse. Oberstes Gebot für Arpke ist dabei, dass die Anlagen auch wirtschaftlich sind. Der selbst produzierte Strom müsse weniger kosten als der, den man kaufen kann.

Alfred Schubert

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