Energieversorgung des AWO-Kindergartens

Welche Heizung soll es sein?

Peißenberg - Der Bauausschuss diskutierte über die Energieversorgung des AWO-Kindergartens. Die Entscheidung fällt aber im Gemeinderat.

 Am Fernwärmesystem festhalten oder auf eine neue Pelletsheizung mit Solarthermie umrüsten? Diese Frage stellt sich bei der anstehenden Sanierung des AWO-Kindergartens „Pumuckl“ in der Zieglmeierstraße in Peißenberg. Ein einhelliges Meinungsbild gibt es dazu bislang nicht. Im vorberatenden Teil der jüngsten Bauausschusssitzung wurde der Pelletsheizung mit 5:4-Stimmen nur knapp der Vorzug gegeben. Als Kommune, so argumentierten die Umrüstbefürworter, habe man schließlich eine „Vorbildfunktion“ in punkto „regenerativer Energieversorgung“.

Die Kindergarten-Sanierung, die 2017 über die Bühne gehen soll, ist eine aufwendige und teure Angelegenheit. Im Fokus stehen die Wärmedämmung der Fassade und der Geschossdecke zum Dachbereich sowie der Einbau neuer Fenster. Als Kosten stehen rund 1,2 Millionen Euro im Raum, wobei die Regierung von Oberbayern über das Kommunalinvestitionsprogramm bereits eine Bezuschussung in Höhe von 90 Prozent des Gesamtaufwands zugesagt hat. Aber was soll mit der Heizung geschehen? Alles so lassen oder doch umrüsten? Unter rein finanziellen Gesichtspunkten würde man mit dem bestehenden Anschluss an das Fernwärmenetz der Peißenberger Kraftwerks- respektive Wärmegesellschaft (PWG) wohl günstiger fahren. Das beauftragte Ingenieurbüro Ryba legte im Bauausschuss jedenfalls eine Berechnung vor, wonach die Fernwärme bezogen auf die nächsten 20 Jahre im Vergleich zur Pelletsheizung um 23 000 Euro billiger käme. Das Kostenargument stand bei einigen Gremiumsmitgliedern aber nicht unbedingt im Vordergrund: „Wir sollten auf die Kohlendioxid-Reduzierung achten und von den fossilen Brennstoffen wegkommen“, betonte Werner Haseidl (CSU/ Parteilose). Zudem habe die Pelletsheizung den Vorteil, dass die Energieversorgung des Kindergartens künftig ausschließlich unter die Regie der Marktgemeinde fallen würde. Ins gleiche Horn stieß Jürgen Forstner (Bürgervereinigung): „Bei der Fernwärme sind wir in keinster Weise unabhängig. Pellets hingegen bekomme ich überall her.“ Die PWG würde zudem kaum um Neukunden werben, was sich langfristig auch finanziell auswirken werde: „Je mehr Abnehmer abspringen“, mutmaßte Forstner, „umso höher der Preis für die Fernwärme.“ Die Schlussfolgerung nahm Jutta Geldsetzer (SPD) wiederum genau als Argument, um an der bestehenden Energieversorgung festzuhalten. Man müsse eben auch die Interessen der Peißenberger Fernwärmekunden nach stabilen Tarifen im Auge behalten: „Wir sollten die Energie, die vor Ort erzeugt wird, unterstützen“, so Geldsetzer. Vom Ingenieurbüro Ryba gab es keine explizite Empfehlung für die eine oder andere Variante. Auch über die „Systemrelevanz“ des PWG-Motorenheizkraftwerks beispielsweise für das Stromnetz gab es keine konkreten Auskünfte. Eine Entscheidung über das Heizsystem wird der Marktrat in seiner Plenumssitzung am kommenden Mittwoch treffen. Dann soll auch eine Kostenobergrenze für das Sanierungsprojekt am Pumuckl-Kindergarten beschlossen werden.

Bernhard Jepsen

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