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Vor allem die Themen „Kreisel“ und „Rigi-Rutsch’n“ interessierten die Besucher bei der Bürgerversammlung. Manuela Vanni sprach am Anfang über die Situation der Marktgemeinde.

Bei der jüngsten Bürgerversammlung in Peißenberg

Bürgermeisterin Manuela Vanni: „Wir sind auf einem guten Weg“

Peißenberg – Rund 120 Besucher kamen zur jüngsten Peißenberger Bürgerversammlung – Bürgermeisterin Manuela Vanni zeigte, wie es um den Ort bestellt ist.

Für die Peißenberger ist 2016 bisher kein leichtes Jahr: Erst wird das Krankenhaus geschlossen, dann brennt die „Rigi-Rutsch’n“, und schließlich richten Hochwasser viele Schäden im Ort an. „All diese Dinge haben wir nicht verursacht, aber wir mussten damit klar kommen“, sagte Bürgermeisterin Manuela Vanni bei der Bürgerversammlung in der Tiefstollenhalle. „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg.“ Die rund 120 Anwesenden lauschten ruhig ihren Worten.

Vanni sprach über die Einwohnerentwicklung und die „Rigi-Rutsch’n“ (siehe unten), sie informierte über geplanten Wohnraum, abgeschlossene Projekte wie den Bau der Tartanbahn und das beginnende Planfeststellungsverfahren zum Hochwasserschutz. Und sie skizzierte eine finanziell schwierige Zukunft für die Marktgemeinde. In diesem Jahr wurde bereits ein Kredit über zwei Millionen Euro aufgenommen, eine weitere Million wird vermutlich noch gebraucht. Und die Schulden werden angesichts vieler anstehender Projekte in den kommenden Jahren weiter steigen. Eine neue Drehleiter für die Feuerwehr, Hochwasserschutz, energetische Sanierung der Josef-Zerhoch-Grundschule, Breitbandausbau, Sanierung des AWO-Kindergartens, Defizit-Ausgleich für die „Rigi-Rutsch’n“, Brücken- und Straßenarbeiten, Modernisierung des Bauhofs – das alles kostet. „Der Investitionsbedarf liegt bei 25 Millionen Euro“, sagte Vanni. „Das bedeutet, dass wir sparen müssen.“ Sie ging nicht darauf ein, an welchen Stellen das der Fall sein wird, kündigte aber an, dass freiwillige Leistungen – dazu gehören unter anderem Zuschüsse an Vereine und Kultur – hinterfragt werden. „Wir werden keine Geschenke verteilen können.“

Zum Thema „Gewerbegebiet Ost“ gab es abermals nichts Neues – zumindest nichts, was öffentlich bekannt gegeben werden dürfte. Dafür war Vanni bei den laufenden Projekten auskunftsfreudiger. Zum neu entstandenen Kreisel an der Schongauer Straße und der entstehenden Verkehrsinsel am Ortseingang sagte sie: „Beide Maßnahmen erhöhen die Verkehrssicherheit.“ Die Arbeiten kosten 200 000 Euro – aufgrund von Zuschüssen muss die Gemeinde aber nur 40 000 Euro davon stemmen. Verärgert reagierte sie auf das Verhalten mancher Autofahrer. Als der Bauhof den Kreisel am Dienstag markierte, wurden die Mitarbeiter mehrfach wüst beschimpft. „Ich kann solche Reaktionen nicht nachvollziehen“, sagte Vanni. „Wer Beschwerden hat, kann gerne zu mir kommen.“

Diese Gelegenheit nutzten manche Anwesende direkt bei der Bürgerversammlung. Eine Peißenbergerin bat darum, künftig frühzeitig über Straßensperrungen informiert zu werden. Derzeit wird der Verkehr auf die Holzerstraße umgeleitet, über die auch der Schulweg einiger Kinder führt. „Sie wollen über die Straße, aber keinen interessiert’s. Es wäre meine Bitte, da an die Kinder zu denken“ – damit Vorkehrungen getroffen werden könnten.

Eine andere Anwesende beklagte die Vermüllung des Ortes: „Das nimmt ein ungeheures Ausmaß an.“ Sie schlug vor, „mit Schulen in Kontakt zu treten, um mehr Bewusstsein bei den Schülern zu schaffen“. Diese Anregung nahm Vanni „sehr gern auf“. „Unser Bauhof ist sehr damit beschäftigt, Müll aufräumen“, bestätigte sie.

Weitere Vorschläge kamen zudem von Werner Haseidl. Der Gemeinderat nutzte die Bürgerversammlung als Bühne, um für zwei Ideen zu werben: Zum einen schwebt ihm bei den Gemeindewerken ein zusätzlicher Tarif vor, bei dem Kunden freiwillig ein wenig mehr zahlen, um die „Rigi-Rutsch’n“ zu unterstützen. Zum anderen sei der neue Kreisel bei Nacht schlecht zu sehen. Über eine Beleuchtung „sollte man sich Gedanken machen“ – das kann er in seiner Funktion als Gemeinderat ja ohne Weiteres tun.

"Rigi-Rutsch'n": 500 000 Euro Defizit sind tragbar

Kein Thema bewegt die Peißenberger in diesem Jahr so sehr wie die „RigiRutsch’n“ – der Freizeit- und Bäderpark spielte auch bei der Bürgerversammlung eine große Rolle. Wegen anhaltender Gerüchte, die „RigiRutsch’n“ würde geschlossen, sah sich Bürgermeisterin Manuela Vanni einmal mehr genötigt, dem zu widersprechen. „Alle wollen dieses Bad erhalten“, sagte sie. Es bestehe bei den Verantwortlichen Einigkeit darin, dass das Freibad im Sommer 2017 geöffnet werde. Vanni hatte auch Neuigkeiten im Gepäck. Sie berichtete, dass der Marktgemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen habe, dass künftig ein jährliches Defizit von 500 000 Euro für Kommune und Gemeindewerke zu stemmen sei. „Wir sind uns einig, dass uns die ,Rigi-Rutsch’n‘ diesen Betrag wert ist“,sagte Vanni. Damit wurden die Weichen für den künftigen Betrieb gestellt.

Zuletzt hatte das Bad deutlich mehr Minus gemacht: 2015 lag das Defizit bei rund 800 000 Euro, für 2016 war eines von über 1,1 Millionen Euro kalkuliert worden. Dass die Verluste nun auf eine halbe Million Euro gedeckelt werden, könnte eine Reduzierung des Angebots mit sich bringen. Wie das aussehen wird, dazu gibt es noch nichts Konkretes – denn noch ist das endgültige Konzept für die Zukunft des Bads nicht fertig. Auf den aktuellen Stand ging Günther Forster, Vorstand der Gemeindewerke, bei der Versammlung ein. Er hatte im August ein 130 Seiten umfassendes Konzept überreicht bekommen, das Projektgruppen ehrenamtlich erarbeitet hatten. „Ich habe es schon drei Mal durchgearbeitet“, sagte Forster.

Außerdem habe sich ein externer Bäderexperte damit auseinandergesetzt, ein zweiter gehe es derzeit durch. Mit ihnen gemeinsam sollen dann konkrete Vorhaben auf den Weg gebracht werden. Bei der Versammlung fragte eine Anwesende, ob künftig noch Aqua-Kurse im Bad möglich sein werden. Forster sagte ihr das zu. Von anderen Anwesenden musste der Gemeindewerksleiter Kritik einstecken, weil bisher keine Ergebnisse aus den 130 Seiten öffentlich gemacht wurden. „Ich arbeite daran, dass wir es öffentlich machen“, sagte Forster, der vorab Verwaltungs- und Gemeinderat informieren wollte.

Nach mehrmaligem Drängen versicherte Forster, Ergebnisse der Projektgruppen zeitnah zu präsentieren. Da aber in den Unterlagen vertrauliche Daten wie zum Beispiel Gehälter stehen, könne nicht das komplette Konzept zugänglich gemacht werden. Ein Vorschlag daraus ist bereits in der Umsetzung: Die „Rigi-Rutsch’n“ bekommt ein neues Dach. Seit 22. September entkernt eine Spezialfirma deshalb Teile des Gebäudes. Am Freitag flatterte zudem die ersehnte Baugenehmigung des Landratsamtes auf Forsters Tisch. Damit können nun die Arbeiten vergeben werden. Ende Oktober soll der Rückbau des Faltdaches beginnen. Läuft alles nach Plan, könnte das neue Pultdach bereits Ende des Jahres fertig sein.

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