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Penzberg und seine Brunnen: Keine Begeisterung für Kugel an der Bahnhofstraße

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Von: Wolfgang Schörner

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Gepflastert: Der alte Brunnen an der Bahnhofstraße gegenüber der Christkönigskirche war Anfang des Jahres abgebaut worden – bis auf den Wasserspender.
Gepflastert: Der alte Brunnen an der Bahnhofstraße gegenüber der Christkönigskirche war Anfang des Jahres abgebaut worden – bis auf den Wasserspender. © Wolfgang Schörner

Die Kugel-Variante für einen neuen Brunnen an der Bahnhofstraße hat im Bauausschuss, wie erwartet, keine Begeisterung ausgelöst. Das Stadtbauamt soll nun einen neuen Vorschlag vorlegen. Womöglich entsteht auch gar keinen Brunnen mehr – sondern ein Hochbeet. Davon gibt es an der Bahnhofstraße schon eine ganze Reihe.

Penzberg – Der Vorschlag des Stadtbauamts klang einfach. Vom stillgelegten Brunnen an der Ahornstraße sollte die schwere Steinkugel zur Bahnhofstraße in die Innenstadt verfrachtet werden und dort in ein neues Becken, ähnlich wie beim Esel-Brunnen am Stadtplatz, eingebaut werden. Nötig wären noch einige technische Umbauarbeiten gewesen. Insgesamt sollte die Lösung den 2018 vom Bauausschuss vorgegebenen Kostenrahmen – rund 65 000 Euro – nicht sprengen.

Die wasserumspielte Kugel werde sicher ein Erfolg, warb Stadtbaumeister Justus Klement in der jüngsten Ausschusssitzung. Kinder könnten dort zwar spielen, es seien aber keine Spritzorgien auf Autos und Gäste des nahen „blauen Kiosks“ zu befürchten. Auf den Einwand, dass der Kugel-Brunnen an der Ahornstraße schon nicht funktioniert hatte, erklärte er, dass er sehr wohl funktioniert hätte, aber abgeschaltet worden war, weil die Örtlichkeit weniger frequentiert sei und der Brunnen viel Wasser verbraucht habe.

Kugel-Brunnen: Begeisterung hält sich im Ausschuss in engen Grenzen

Trotzdem hielt sich die Begeisterung im Ausschuss in engen Grenzen. Das hatte sich bereits im vergangenen Oktober angekündigt. Damals war die Diskussion im Ausschuss wegen der fortgeschrittenen Stunde zwar vertagt worden, die Mimik der Ausschussmitglieder sprach jedoch Bände.

Als „nicht attraktiv“ wertete John-Christian Eilert (Grüne) eine „Kugel in Betonumfassung“ nun in der jüngsten Sitzung. Kinder, sagte er, sollten bei einem Brunnen mit dem Wasser „pritscheln und durchlaufen können“, auch wenn Autos nass werden, was, so Eilert, höchstens Cabriofahrer stören würde. Grundsätzlich sah er es als „Armutszeugnis“, dass in Penzberg viele Brunnen abgeschaltet seien.

Farbenspiele: Vorgänger-Brunnen galt einst als Attraktion

Armin Jabs (BfP) erinnerte daran, dass der frühere Brunnen an der Stelle als Attraktion gedacht war und die Stadt dafür Geld aus der Städtebauförderung erhalten hatte. Der Vorgänger-Brunnen war am 21. Juli 2007 im Rahmen des Innenstadt-Umbaus eingeweiht worden. Hunderte Schaulustige verfolgten damals die Farbspiele und die unterschiedlich sprudelnden Fontänen. Allerdings war die Technik schon nach wenigen Jahren defekt. 2016 legte die Stadt den Brunnen still. Man müsse sich etwas einfallen lassen, was den Bereich wieder attraktiv mache, sagte Jabs. Mit der Kugel würde das seiner Ansicht nach jedenfalls nicht gelingen.

Hochbeet statt Brunnen: Stadtbauamt soll neue Vorschläge machen

Einen anderen Vorschlag machte Ludwig Schmuck (CSU). Er plädierte, gar keinen Brunnen mehr zu errichten, sondern die Fläche zu bepflanzen. Eine Idee, die sein SPD-Kollege Hardi Lenk („Für die Kugel können wir uns alle nicht begeistern“) aufgriff. Er empfahl, dass das Stadtbauamt einen weiteren Vorschlag für einen neuen Brunnen und einen Vorschlag für eine Grüninsel vorlegen soll. Auch in seiner Fraktion habe man sich die Frage gestellt, ob man dort einen Brunnen braucht, sagte Martin Janner (PM). Kein Problem damit hätte offenbar Stadtbaumeister Klement. Ein Hochbeet mit Staudengewächsen wäre seiner Meinung nach attraktiver als ein Brunnen, sagte er. Am Ende beschloss der Ausschuss einstimmig, dass das Stadtbauamt zwei neue Vorschläge vorlegen soll – einen mit Pflanzen und einen mit Brunnen.

Nicht weiterverfolgt wurde ein dritter Vorschlag. Armin Jabs hatte empfohlen, die städtischen Brunnen an die Stadtwerke abzugeben, weil dort mit all den Wasserwerkern und Technikern Experten vorhanden wären. Dem widersprach Stadtbaumeister Klement. Die still gelegten Brunnen würden nicht laufen, weil sie fehlerhaft gewartet worden wären, sondern weil sie zum Teil aus einer Zeit stammen, in der sie mit „der Mechanik aus Toilettenspülungen“ gebaut wurden.

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