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An jenem 22. Oktober 1966 staunten die Penzberger: Ein neues Kaufhaus öffnete an der Bahnhofstraße seine Türen.

"Rid" feiert" jetzt sein 50-Jähriges

Als die große Welt nach Penzberg kam

Penzberg - An jenem 22. Oktober 1966 staunten die Penzberger: Ein neues Kaufhaus öffnete an der Bahnhofstraße seine Türen. "Rid" feiert" jetzt sein 50-Jähriges.

Vor 50 Jahren gab es im frisch eröffneten Kaufhaus "Rid" auf rund 300 Quadratmetern Fläche wirklich alles - von Bekleidung über Haushaltswaren bis hin zu Werkzeug und Lampen, selbst Autozubehör fand sich. Fünf Jahrzehnte später sind aus dem einen Kaufhaus sogar drei Standorte in der Stadt geworden.

Eigentlich sitzt das Familienunternehmen in Weilheim. Bereits 1840 gründete Ludwig Rid in der Oberen Stadt eine Weberei für Leinen und Loden, 1919 zog der Betrieb in die Schmiedstraße um, wo „Rid“ noch heute ist. Doch 1966 wagten seine Nachfahren um Max Lipp sen. einen großen Schritt und eröffneten ihr Geschäft in Penzberg. An der Bahnhofstraße hatten sie die Räume der Schreinerei „Eichner“ auserkoren. „Es war schon ein Risiko“, sagt Geschäftsführer Florian Lipp, seit 2004 mit in der Führungsspitze des Handelsunternehmens, über die Entscheidung seines Großvaters. Denn trotz Wirtschaftswunder: Nur ein paar Monate zuvor hatte am 30. September 1966 das Bergwerk geschlossen. Es war ein Schock für die kleine Stadt. Allerdings bewies Max Lipp senior einen guten Geschäftssinn, wie sein Enkel sagt: „Es war abzusehen, dass Penzberg eine dynamische Stadt ist.“ Außerdem sei der Weilheimer Betrieb dafür gut dagestanden.

Und so fingen sie vor 50 Jahren voller Zuversicht im neuen Kaufhaus an. Der Andrang war groß, die Neugierde ebenso. So mancher schaute einfach nur durch das Sortiment. „Die große Welt ist nach Penzberg gekommen“, weiß Florian Lipp aus Erzählungen. „Das war ja ein echtes Kaufhaus. Es wurde wirklich alles verkauft.“

In den 50 Jahren hat sich bei „Rid“ eine Menge getan. Aus dem kleinen Kaufhaus wurden gleich drei Standorte mit insgesamt 2500 Quadratmetern Verkaufsfläche. Als der Handel in den 80er Jahren brummte, wurde das Stammhaus an der Bahnhofstraße (mittlerweile „Rid Modewelt“ genannt“) 1980 umfangreich auf die heutigen 1000 Quadratmeter Fläche erweitert. 1991 wurde „Rid 2“ an der Karlstraße eröffnet. Offiziell firmiert es unter „Rid Kaufhaus“ und bietet ein Sortiment von Spielwaren über Schreibutensilien bis Kurzwaren. Am 19. März 2015 ging „Trendwerk“ in Betrieb: Der einstige „Rewe“-Markt an der Bahnhofstraße beherbergt Modisches für Sie und Ihn. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 100 Mitarbeiter, allein rund 40 davon in Penzberg.

Der Standort ist wichtig für „Rid“, betont Geschäftsführer Florian Lipp. Man habe sehr viele Kunden direkt aus Penzberg, aber auch aus der Umgebung bis rüber nach Bichl und Benediktbeuern. Das Einzugsgebiet ist zwar nicht allzu groß, dafür hat man einen sehr hohen Marktanteil, heißt es. Im Schnitt 1000 Kunden werden täglich in den drei Häusern gezählt.

Für „Rid“ hat sich der Gang nach Penzberg gelohnt, bilanziert Inhaber Florian Lipp. Überhaupt stehe das Familienunternehmen solide da. Die Strategie mit der Regionalisierung und einem flexiblen Sortiment, dass man bei Bedarf anpassen kann, verleihe „eine gewisse Stärke“, sagt der Manager. 2008 expandierte „Rid“ gegen den Trend in der mittelständischen Handelsbranche und eröffnete mit Bad Tölz gar einen weiteren Standort.

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