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Die Penzberger Gymnasiasten in der Begegnungsstätte im rumänischen Fintinele

1200 Kilometer: Reise in eine andere Welt

Penzberg - Fast 1200 Kilometer Luftlinie trennen Penzberg und Fintinele in Rumänien. Und doch zieht es seit Jahren Penzberger Gymnasiasten dorthin.

Seit 2011 fährt jedes Jahr im Sommer eine neue Gruppe von Elftklässlern des Penzberger Gymnasiums nach Fintinele, um dort in einer Begegnungsstätte für rumänische Waisenkinder zu helfen – jedes Mal im Rahmen eines P-Seminars. Mit den Waisenkindern treffen sie dort zwar nicht zusammen, aber mit den freiwilligen Helfern vor Ort. Die Aufgabe der jungen Penzberger: zimmern, sägen, bohren.

Die sechste Gymnasiums-Fahrt nach Fintinele fand nun im Juli statt. 15 Jugendliche waren eine Woche lang in Fintinele. Normalerweise leben die Schüler in eine der Hütten auf dem Gelände. Neu war diesmal, dass sie auch 24 Stunden in rumänischen Gastfamilien verbrachten – eine wichtige Erfahrung für die Jugendlichen.

„Fließendes Wasser ist kein Standard“, erzählt Katharina. Ein Plumpsklo und keine Duschen – das erlebte Tobi in einer Gastfamilie. Andererseits herrschte eine „extreme Gastfreundlichkeit“, sagt Daniel. „Sie haben extra für uns Coca Cola gekauft, was sie für sich selbst wahrscheinlich nicht machen würden.“ 250 Euro pro Person – das sei der monatliche Verdienst, hat er erfahren. „Ich habe erwartet, dass es ärmlich ist, aber nicht so extrem.“ Noch schlechter, erzählt er, gehe es den Sinti und Roma.

Das Gelände der Begegnungsstätte in Fintinele sei eine heile Welt und nicht das wirkliche Rumänien, sagt Katharina. Deshalb sei es gut gewesen, dass alle Schüler das Angebot angenommen hatten, in eine Gastfamilie zu gehen. Es mache bewusst, wie gut es einem in Deutschland geht, fügt Lea an. Und es macht bewusst, dass man nicht viel braucht, um zufrieden zu sein, wie Moritz erzählt. Ein Gastgeber habe ihm gesagt: „So lange er etwas im Bauch hat, ist er glücklich.“ Der Bauch war dick – er muss sehr glücklich sein.

Bei ihrem Aufenthalt in Fintinele hatten die Jugendlichen die Aufgabe, eine Holz-Terrasse zu verlegen und die Treppen zu fliesen sowie eine Steinbefestigung um die beiden Wohnhäuser zu bauen. Alle seien motiviert gewesen, erzählen sie. „Trotz Arbeit hat es sich wie Ferien angefühlt“, sagt Moritz. Und die Chemie in der Gruppe stimmte ebenfalls. Auch das Verhältnis zu den Lehrern sei immer entspannt gewesen – die Schüler waren von Christoph Hopfmüller, dessen Frau Angelika Stadler-Hopfmüller und von Norbert Schröpel begleitet worden.

Vor ihrer Rumänien-Fahrt hatten die Jugendlichen in Penzberg vor fünf Einkaufsmärkten Lebensmittel gesammelt. Knapp zwei Tonnen kamen zusammen, die die Johanniter nach Fintinele transportierten. Nach ihrer Rückkehr folgte der „Helping Hands“-Tag, an dem ein großer Teil aller Gymnasiasten teilnahm: Dabei geht es darum, Arbeiten für fünf Euro pro Stunde anzunehmen. Ein Teil des Geldes fließt nach Fintinele, der Rest geht an Flutopfer in Ostbayern.

Die Schule arbeitet bei dem Projekt eng mit der rumänischen Hilfsorganisation Tasuleasa Social zusammen.

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