AWO feiert 70-Jähriges

Penzberg - Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Penzberg gibt es seit 70 Jahren. Angefangen hatte es mit einer Krankenschwester.

Der Zweite Weltkrieg ist seit einem Jahr vorbei. Deutschland liegt in weiten Teilen in Schutt und Asche. In Penzberg sitzt der Schock über die "Penzberger Mordnacht" vom 28. April 1945 noch tief. Es herrscht Armut. Die Einwohnerzahl der Bergwerksstadt beläuft sich auf fast 8900 Menschen, viele Flüchtlinge und Kranke sind in der Stadt. In dieser Situation entsteht vor 70 Jahren die Penzberger Arbeiterwohlfahrt, neu gegründet von 71 Frauen und Männern.

Es sind vor allem Frauen, die das Rückgrat des neuen Ortsvereins bilden und sich für Schwache, Kranke und Bedürftige einsetzen. Bis heute führen Frauen den Penzberger Ortsverein. Mittlerweile zählt die AWO in Penzberg rund 290 Mitglieder. Gefeiert wird das 70-Jährige am Samstag, 17. September, auf dem Stadtplatz. Die AWO, sagt die aktuelle Vorsitzende Ute Frohwein-Sendl, habe sehr viele Dinge angeschoben. Sie sei heute genauso gefragt wie vor 70 Jahren.

Die AWO hatte es in Penzberg schon vor der Nazi-Diktatur gegeben. Die Unterlagen für die Jahre 1919 bis 1933 sind jedoch verschwunden. Nur wenige Monate nach der Neugründung 1946 baut die Penzberger AWO eine Haus- und Krankenpflege auf, die bis 1971 besteht. Sie stellt eine Krankenschwester ein, die Kranke pflegt, Familien unterstützt, Kinder zur Schule bringt und im Haushalt hilft.

Ein Großprojekt der Anfangsjahre ist der Bau eines Jugendwohnheims mit Lehrlingswerkstatt und Kindergarten. Im Dezember 1952 ist Einweihung. Das Gebäude trägt den Namen von Josef Boos, der vor und nach der Nazi-Diktatur für die SPD im Stadtrat saß. Der Kindergarten besteht bis heute im Josef-Boos-Heim, wo seit 1974 auch die Polizei beheimatet ist.

Es sind viele Initiativen, mit denen die AWO ein Netz spinnt: etwa die Mutter- und Kinderholung, Besuche im Krankenhaus und im Seniorenzentrum, eine Nachbarschaftshilfe, der Freizeitclub, ein Behindertenfahrdienst und der Betreuungsverein

Eine große AWO-Einrichtung ist das Seniorenzentrum. 1978 geht das alte Pfründnerheim, in dem seit 1926 ältere Menschen betreut werden, an den AWO-Bezirk über. 1987 eröffnet die AWO zudem den ersten Hort in Penzberg.

Wolfgang Schörner

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zehn Kilometer auf Rollen durch die Stadt

Penzberg – Auf Inlinern durch die Stadt - damit hat die „Blade Night“ in München zum Beispiel einige Berühmtheit erlangt. Nun soll es so etwas, zumindest tagsüber, auch …
Zehn Kilometer auf Rollen durch die Stadt

Zurück zu den Wurzeln: Mio und der Stummfilm

Penzberg - Das Münchner Studenten-Orchester, das am Freitag auf dem Penzberger Stadtplatz spielt, ist ein Penzberger Gewächs.
Zurück zu den Wurzeln: Mio und der Stummfilm

Pfarrer Pfaller: Von Penzberg in die anonyme Großstadt

Penzberg - Abschied vom evangelischen Pfarrer Klaus Pfaller: Er wechselt von Penzberg nach München.
Pfarrer Pfaller: Von Penzberg in die anonyme Großstadt

Motorrad schlittert von Fahrbahn

Antdorf - Zu einem Unfall mit einem Motorradfahrer kam es bei Antdorf. Der Mann hatte Glück im Unglück.
Motorrad schlittert von Fahrbahn

Kommentare