Aus dem Gericht

Einer hielt das Opfer, der andere schlug zu

Penzberg - Zwei Asylbewerber (24/25) aus Penzberg wurden wegen Raubs zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Zwei Asylbewerber (24 und 25) aus dem Senegal, die in einer Penzberger Asylbewerberunterkunft lebten, müssen wegen eines Handy-Raubs für mehr als sieben Jahre ins Gefängnis. Sie waren arbeitsteilig vorgegangen: Einer hielt das Opfer fest, der andere schlug zu.

Das Landgericht München II verurteilte den 24-Jährigen nun wegen besonders schweren Raubs und gefährlicher Körperverletzung zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft. Der 25-Jährige bekam sogar noch einen Monat mehr aufgebrummt, weil er auch noch Geld mit einer fremden EC-Karte abgehoben hatte.

Mit den Versionen der Tat ging es vor dem Landgericht drunter und drüber. Das Landgericht kam am Ende aber zu dem Schluss, dass der Vorfall so stattgefunden hatte, wie er bereits in der Anklage stand. Demnach beschlossen die beiden Senegalesen gemeinsam, einem Asylbewerber aus Eritrea sein „Samsung Galaxy mini“ zu rauben. Am Abend des 3. August packte der 25-Jährige dann den Asylbewerber in der Philippstraße von hinten, um ihm das Handy im Wert von rund 100 Euro aus der Tasche zu ziehen. Das Opfer wehrte sich allerdings und steckte seine Hände so fest in die Hosentaschen, dass der Angreifer nicht an das Mobiltelefon kam. Deshalb soll der 24-jährige Komplize eine Glasflasche gepackt und sie dem Opfer mit solcher Wucht über den Schädel gezogen haben, dass die Flasche zerbrach. Danach schlug er mit der zerbrochenen, scharfkantigen Flasche ein weiteres Mal auf den Kopf des Mannes ein. Dieser erlitt eine Gehirnerschütterung und Schnittwunden. Nun hatten die Senegalesen leichtes Spiel, und der 25-Jährige zog dem Eritreer das Handy aus der Hosentasche.

Die Angeklagten hatten eine gänzlich andere Version des Hergangs geschildert. Demnach sind sie von zwei Eritreern angegriffen worden. Daraufhin hätten sie einen der Eritreer gepackt, um sich mit diesem vor dem zweiten Eritreer zu schützen, der eine Flasche in der Hand gehalten hatte. Dieser habe die Senegalesen damit schlagen wollen, dann aber aus Versehen den eigenen Landsmann getroffen. Dieser Version glaubte das Gericht allerdings nicht. Erstens konnte ein zweiter Eritreer nie ermittelt werden. Zweitens passte die Schilderung nicht zum Verletzungsbild. Denn der Rechtsmediziner Professor Thomas Gilg kam zum Ergebnis, dass zweimal mit der Flasche zugeschlagen worden war. Das passte auch genau zu den Aussagen des ausgeraubten Mannes: Erst habe er die ganze Flasche über den Kopf bekommen. Danach habe er sich weggeduckt, bekam aber trotzdem noch einen zweiten Schlag mit der abgebrochenen Flasche. Er kann von Glück sprechen, dass ihm nicht mehr passierte. Laut Gilg war dieser Angriff hochgefährlich. Er hätte auch tödlich enden können.

Der 25-Jährige wurde auch noch wegen Computerbetrugs verurteilt. Am Tag vor dem Raub hatte er in Penzberg 500 Euro mit der EC-Karte eines weiteren Asylbewerbers abgehoben, die er unter dessen Matratze gefunden hatte. Angeblich war das Geld für Medikamente für seine Mutter gedacht. Vorerst habe er es aber unter einem Baum vergraben, um es zu verstecken.

Dem 25-Jährigen war auch vorgeworfen worden, dass er einem Maurer (24) aus Penzberg ein Handy aus der Hand gestohlen habe. Dieser Punkt wurde allerdings eingestellt, da der Penzberger den Senegalesen nicht sicher als Täter identifizieren konnte.

Rubriklistenbild: © picture-allia nce/ dpa

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