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Er weiß, dass sich Frauen einen Mann wünschen, der zuhört, einfühlsam und verständnisvoll ist: Max von Milland, der am Freitag auf der „Stoblbühne“ stand. 

Pop-Poet auf der „Stoblbühne“

Max, der Minnesänger

Oberhausen -  Aus Südtirol stammt der Pop-Poet Max von Hilland. Auf der „Stoblbühne“ in Oberhausen zog er das Publikum in seinen Bann.

 Da steht so ein schlaksiger junger Kerl auf der Bühne, weiße Turnschuhe, graue Jeans, schwarzes Shirt, die Gitarre im Arm. In sich versunken wirkt er beim Vortrag seiner Lieder, die er in seiner Südtiroler Mundart schreibt. Ein wirklich großartiger Sänger ist er eigentlich nicht, aber er hat eine sympathische Ausstrahlung, die das Publikum gefangen nimmt.

Maximilian Hilpold alias Max von Milland hat letzte Woche seinen 31. Geburtstag gefeiert, wirkt aber immer noch wie ein großer Junge. Der nette Junge von nebenan, der aber genau weiß, was Frauen im Allgemeinen beziehungsweise seine weiblichen Zuhörer im Besonderen sich von einem Mann so wünschen. Nämlich: Dass er zuhört, dass er einfühlsam ist, verständnisvoll und ein klärendes Gespräch nicht nur nicht verweigert, sondern sogar von sich aus einfordert. Ein Traum-Mann also, der noch dazu blendend aussieht.

Kein Wunder, dass die Frauen im Publikum an seinen Lippen hängen und mit strahlenden Augen auf die Bühne schauen. Politische Themen, Sozialkritisches spart der Südtiroler, der sich übrigens nach seinem Heimatort Milland bei Brixen benannt hat, völlig aus. Ihm geht es nur um das Zwischenmenschliche – nicht nur, aber insbesondere um all die Themen, die zwischen Frauen und Männern so relevant sind.

Er habe ihn zuerst für einen „Schnulzensänger“ gehalten, bekennt der Wirt Franz Strobl in seiner Begrüßungsrede. Heftiger Protest des Künstlers, der noch hinter der Bühne verharrt, unterbricht ihn. „Lass mich doch erst einmal ausreden!“, ruft Strobl und erklärt, die wahren Qualitäten von Millands bald erkannt zu haben.

Und obwohl dieser im Verlauf des Abends den „Schnulzensänger“ immer wieder pikiert aufgreift, ist ein kleines Fünkchen Wahrheit darin. Der verträumte Südtiroler ist ein Pop-Poet, erinnert ein wenig an die fahrenden Sänger, die im Mittelalter von Hof zu Hof zogen, um dem fürstlichen Publikum mit der Laute aufzuspielen.

„A Liedl für alle Frauen im Raum“

Etliche dieser Minnesänger kamen aus Südtirol. Sie besangen die vornehmen Damen; die Liebe musste jedoch eine platonische bleiben – die hohe Minne war nicht auf Erfüllung, sondern Überhöhung aus. So ähnlich ist das mit dem Max: Einen solchen Frauenversteher kann es in der Realität gar nicht geben. Oder doch? Als erste Zugabe bringt er „a Liedl für alle Frauen im Raum. Achtung, jetzt kimmt’s: für alle Blonden“. Hörbare Enttäuschung hier und dort. Doch in der zweiten Strophe wird „dein braunes Haar“ besungen. Szenenapplaus! Der Mann hat’s einfach drauf.

Sabine Näher

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