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Prosit  oder Cheers:  John Egan mit  Susanne  Weber. 

Raisting 

Betteltanz mit einem Iren

140 Paare – so viele wie lange nicht mehr – kamen  zum Raistinger Betteltanz. Unter den Verkuppelten war auch ein waschechter Ire – mit Lederhose.

John Egan (38) aus Cork war schon zum zweiten Mal beim Betteltanz des Burschenvereins Raisting dabei. Egan kommt regelmäßig nach Bayern, genauer gesagt nach Reichling, zu seinem Freund Domenik Metsch. Und der hat ihn mit für die Traditionsveranstaltung angemeldet. 

Kennengelernt haben sich die beiden Männer beim Oktoberfest 2009, seitdem statten sie sich gegenseitig regelmäßig Besuche ab. Auf seine Partnerin war Egan sehr gespannt – schon lange bevor die Frauen in den Gasthof einzogen. Er wurde mit Susanne Weber aus Hofstetten verkuppelt, die ein kleines Problem ausmachte: „Leider spreche ich nicht so gut Englisch.“ Aber der Computer-Techniker mühte sich redlich, die Unterhaltung auch auf Deutsch zu führen.

Betteltanz in Raisting: Die Bilder

Weitaus näher – sowohl sprachlich als auch räumlich – sind sich da Ramona Stöckl (22) aus Pähl und Korbinian Kirchbichler (23) aus Forst. Auch sie wurden von den Ruatnbuam Florian Greinwald (mit Ruatnmadl Corinna Ehardsberger) und Alex Schaidhauf (Ruatnmadl Anna Kölbl). Kirchbichler war anzusehen, wie sehr er sich über die Wahl der Ruatnbuam freute. Die Organisatoren der Traditionsveranstaltung haben nämlich keine leichte Aufgabe. Wochen, manchmal schon Monate vor dem Kirchweihmontag fahren sie in der näheren und weiteren Umgebung auf Feste, um für den Betteltanz zu werben. Die jeweiligen Partner werden dann nur nach Alter, Größe und Wohnort (sie sollten sich nicht vorher kennen) miteinander verkuppelt – mehr Angaben gibt es nicht.

Nach dem Kennenlernen ging es auf die Tanzfläche, die „Oberhauser Musikanten“ baten zum „Märchen-Walzer“. Die Musiker haben einen anstrengenden Tag hinter sich: Sie spielten schon am frühen Nachmittag beim Marsch der Frauen vom Gasthof „Drexl“ zur „Post“ auf sowie am Nachmittag und am Abend. Nach der Ankunft der Frauen genossen die Musiker eine kurze Pause, bis sämtliche Paare verkuppelt waren und Platz genommen hatten. Die 13 Musiker stärkten sich mit Gulaschsuppe, Schmalznudeln und Kaffee. Die Oberhausener sind schon seit 27 Jahren beim Betteltanz, das Verhältnis zum Burschenverein ist freundschaftlich. „Dort zu spielen, macht uns wirklich Spaß, bayerische Tracht, bayerische Musik, das gibt es nicht überall“, sagte Musiker Bernhard Strobl. „Und das Beste sind die Gesichter, wenn die Wahl nicht so ganz gepasst hat.“

Johannes  Thoma

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