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Bereit für das große Fest: Die Raistinger Burschen haben am vergangenen Samstag mit dem Aufbau des Zelts an der Wielenbacher Straße begonnen. Ab Freitag wird  hier vier Tage gefeiert.

111 Jahre Raistinger Burschenverein 

Mit Schnapszahl gegen die Durststrecke

Raisting - Der Raistinger Burschenverein feiert an vier Tagen ein Zwischenjubiläum. Und am  Sonntag gibt es einen Festzug.

 Am Wochenende feiert der Burschenverein Raisting sein 111-jähriges Bestehen. Die Schnapszahl haben die Burschen laut Vorsitzendem Simon Kölbl gewählt, um die lange Zeit zwischen dem 100-Jährigen, das im Jahr 2005 groß gefeiert wurde, und dem 125-Jährigen zu überbrücken.

Die heiße Phase der Vorbereitung läuft seit Samstag. Material wurde angeliefert und die Stromversorgung aufgebaut. Die Burschen bauten das Zelt auf, in dem am Wochenende vier Tage lang gefeiert wird. Rund 20 Burschen sind laut Kölbl täglich im Einsatz, um die Hardware für das Fest zu installieren. „An den Festtagen sind noch mehr Leute nötig, um für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen“, sagte der Vorsitzende. Höhepunkt wird der Sonntag mit Gottesdienst, Festzug durchs Dorf und Musik im Zelt, das beim Funkturm an der Wielenbacher Straße steht. Zusätzlich sind drei Abendveranstaltungen ins Programm aufgenommen worden. Martina Schwarzmann bringt bayerisches Kabarett auf die Bühne, auch die Musik von „Django 3000“ und den „Ursprung-Buam“ ist bayerisch. Restkarten sind noch unter www.suedpolmusic.de erhältlich. Während des Zeltbetriebs spielen Musikkapellen aus der Region.

Der Verein wurde als „Burschen- und Krankenunterstützungsverein“ am 13. Mai 1905 auf Initiative des Pfarrers Karl Wernhard gegründet, wie in der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum zu lesen ist. Er sollte den Burschen aus Raisting und Sölb Gelegenheit geben, „sich untereinander in anständiger Form zu unterhalten“. Gefahren für „Religion, Moralität und Vaterlandsliebe“ sollten so bekämpft und der „Sinn für Ehrenhaftigkeit in Verbindung mit Heiterkeit und Frohsinn unter den Mitgliedern“ gefördert werden. Die Aufnahmegebühr betrug eine Reichsmark, der Monatsbeitrag 20 Pfennig. Die Unterstützung im Krankheitsfall betrug 50 Pfennige pro Tag. Der Beitrag stieg 1923 auf fünf Millionen Reichsmark pro Quartal. Am 5. Februar 1936 löste sich der Verein auf, um sich nicht den Nationalsozialisten unterordnen zu müssen. 1946 fand der erste Betteltanz nach dem Krieg mit 25 Paaren statt. Am Mittwoch, 15. Januar 1947, kamen laut Gründungsprotokoll sechs Burschen im Gasthaus „Sedlmair“ zusammen und haben beschlossen, „den Burschenverein Raisting wieder ins Leben zu rufen“. Außerdem wurde beschlossen, für den folgenden Samstag eine Werbeversammlung einzuberufen. Der Verein wurde schnell wieder aktiv. Noch im selben Jahr stellte er einen Maibaum auf und organisierte acht Tanzveranstaltungen. 1959 wurde die Fahne von 1910 restauriert und neu geweiht. Zu den Aktivitäten des Burschenvereins, der heute 320 Mitglieder hat, gehören unter anderem das Maibaumaufstellen, die Organisation des Betteltanzes am Kirchweihmontag und das Theaterspiel, das seit 1912 belegt ist, ein Fischerstechen im August sowie ein wöchentlicher Stammtisch im eigenen Vereinsheim im alten Feuerwehrhaus.

Alfred Schubert

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