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Voll besetzt war das Hellmeier-Kulturhaus am Sonntagvormittag bei Peter Meiers Konzert unter dem Titel „Colours“. 

Solo im Otto-Hellmeier-Kulturhaus

Die Klangfarben des Peter Meier

Raisting - Der Weilheimer Gitarrist Peter Meier bezauberte mit einem vielfältigen Solo im Otto-Hellmeier-Kulturhaus.  Er war von der Resonanz überrascht.

„Der Besuch übertrifft meine sämtlichen Erwartungen“, staunt Peter Meier, als er seine Zuhörer im bestens gefüllten Otto-Hellmeier- Kulturhaus begrüßt. Dort wurden bis kurz vor elf Uhr immer wieder weitere Stühle dazugestellt, um den Besucherandrang zu bewältigen. Die Masse schafft Wärme – und die kann man an diesem kalten Sonntagvormittag gut gebrauchen. So entführt auch Meiers erste Musik in warme Gefilde: „Benga Benga“ heißt das Stück, das „einem südamerikanischen Umfeld“ entstammt und wie alle Kompositionen dieser Matinee vom Gitarristen selbst geschrieben wurde.

Er habe den Titel „Colours“ für dieses Konzert gewählt, weil er zum einen mit so vielen Musikstilen gearbeitet habe, die nun alle in seine eigenen Kompositionen einflössen. Zum anderen sei die Gitarre wunderbar geeignet, um viele verschiedene Klangfarben darzustellen. „Sie ist kein Instrument, das sich aufdrängt. Man muss schon genau hinhören“, erklärt der Künstler. Und das Publikum ist dazu gerne bereit. Es lässt sich von Meier die Geschichten zur Entstehung und zum Umfeld der Stücke erklären, um dann ganz einzutauchen in die Musik.

Diese lässt die Zuhörer einen Sonnenaufgang am Meer in der griechischen Küstenstadt Korfos erleben oder einen verschlungenen Flusslauf nachvollziehen. Er habe lange in München gelebt und sei nun seit 15 Jahren in Weilheim ansässig, erzählt Meier. „Hier draußen lebt es sich doch wesentlich angenehmer. Gut, die 70er Jahre in Schwabing: Das war schon was Besonderes! Aber jetzt möchte man dort ja gar nicht mehr sein…“ Das Lied „Fora da cidade“ („Fern der Stadt“) entwickelt dann jedoch einen sehr geschäftigen Duktus, der eher an städtisches Treiben als an beschauliches Landleben denken lässt.

„Quarto com sol“, das „Zimmer mit Sonne“, entstand auf einer Konzertreise, als der Gitarrist eine Unterkunft hatte, in der wirklich nur Sonne war, „nicht einmal ein Bett!“ Nach der lustig-aufgeräumten Musik zu schließen, hat Meier die Panne jedoch mit Humor genommen. Nach der Pause zeigt sich der Gitarrist mit „Estar contigo“ („Bei dir sein“), einem zärtlich-verhaltenen Lied, von einer neuen Seite. Gemeinsam mit Martin Prochazka, einem befreundeten Gitarristen, der in seinem Ensemble „Saitentanz“ alles spielt, „was mit einer Volksmusikbesetzung machbar ist“, stimmt Meier dann noch ein paar Duette an. Erstaunlich, welche Klangfülle zwei Gitarren entfalten können. Im „Nachtzug nach Lissabon“ sind sowohl die unablässige Bewegung des Zuges als auch die unruhigen Halbschlafträume des Reisenden zu spüren. Als Zugabe gibt’s ein „Brasilianisches Kamel“. Das Stück hieß ursprünglich „Freitag am Tegernsee“. Was Farbe alles bewirken kann…

Sabine Näher

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