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Mit einem polnischen "Kromski"-Spinnrad zeigte Barbara  Leischnig (l.), wie früher gesponnen wurde. Daneben benutzte  Susanne Hörmann ein kanadisches "Lendroom"-Spinnrad.   

Museumsnacht in Raisting und Polling

Werkstätten wie anno dazumal

Raisting/Polling – 80 Besucher waren zur Museumsnacht in Raisting gekommen.  Das Pollinger Museum hatte ein  Suchspiel für Kinder organisiert.

Spitzbuben, die gelegentlich mal Geld aus einer Kasse holen, das ihnen nicht gehörte, muss es früher auch schon gegeben haben. Sonst hätte sich der Raistinger Kramer wohl nicht die Kasse angeschafft, die heute im Heimatmuseum im alten Pfarrhof steht. Das Modell „Spitzbub“ hat verdeckte Tasten, von denen einige beim Öffnen gedrückt werden mussten während die anderen nicht gedrückt werden durften. Wer den Code nicht kannte, löste einen Alarm aus, der von einem aufziehbaren Wecker kam.

Das Modell befindet sich in einem der neun Räume des Museums, der mit Utensilien eines alten Kramerladens ausgestattet ist. In den Regalen stehen Packungen von „Imi“, „Sil“ und „Globol“, an der Wand hängt ein Zigarettenautomat, aus dem man für eine Mark eine Schachtel ziehen konnte.

„Der hing früher am Haus im Kirchenweg 8“, erinnert sich Urban Schaidhauf, der wie rund 80 andere Besucher am Samstag zur Mueseumsnacht gekommen war. Der 59-Jährige wollte alte Erinnerungen auffrischen, da er vieles, was das Museum zeigt, noch aus der Zeit seiner Jugend kennt.

Fast alles im Museum stammt aus Raisting

Das Raistinger Heimatmuseum, das vom Trachtenverein betreut wird, versteht sich als „echtes Heimatmuseum“, wie Museumsführer Herbert Mayer erklärt. Fast alles, was in ihm zu sehen ist, stammt wirklich aus Raisting. So zum Beispiel die Werkstatt, die sich ein Schuster eingerichtete hatte, der auf der Stör nach Raisting kam. Mayer: „1928 ist er hier hängengeblieben“. Er kaufte sich einen abgebrannten Bauernhof, baute ihn wieder auf und betrieb bis 1965 sein Handwerk. Der kleine Arbeitsraum ist nachgebaut, samt Leder, Leisten, Werkzeug und einer Lampe mit einer ziemlich schwachen Glühbirne.

Aus dem Volksempfänger in der guten Stube des Museums tönt der letzte Bericht vom 9. Mai 1945 der tags zuvor besiegten Wehrmacht, und versetzt die Besucher in die Zeit zurück, als der Schuster die Schuhe mit Laufflächen von abgefahrenen Lastwagenreifen besohlte. Aus dieser Epoche stammt auch das Behandlungszimmer von Dr. Arpad Schmidt. Vom ihm erfährt man, dass er aus der CSSR stammt und 1947 in Tutzing war. Nach Raisting wurde er geholt, weil man hier dringend einen Arzt brauchte. Bis 1980 praktizierte er – in einem Behandlungszimmer, das heute den technischen Fortschritt in der Medizin deutlich macht. Dass angesichts der museumsfeindlichen Begleitumstände – schönes Wetter und Fußball – nicht mehr Besucher kamen, findet Mayer nicht schlecht: „So hat man bei Führungen mehr Zeit für ausführliche Erklärungen.“

In Polling hatten sich Ulrike Gänswein und Michael Kreuter für den gestrigen Museumstag ein Suchspiel mit Malaufgabe für die Kinder ausgedacht. Sie konnten sich mit Schwarz-Weiß-Fotografien auf den Weg durchs Museum machen und die Originale suchen. Dann konnten sie ihre Werke im Museum ausstellen. Um bei den jungen Besuchern des Interesse für Geschichte zu wecken, bietet das Museum auch eine Wissensrallye durch das Klosterareal an. Der Museumstag zog auch Besucher an, die sonst nicht gekommen wären. Zwei Peitinger, die das schöne Wetter für einen Radtour ammerabwärts genutzt hatten, machten einen Abstecher ins Museum, das sie sonst nie besucht hätten. Beeindruckt waren sie von den alten Bauernmöbeln. Den Weihwasserkessel, bei dem man einen Totenschädel das Kinn nach unten klappen, um den froschförmigen Deckel zu heben, fanden sie hingegen makaber.

Alfred Schubert

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