Raumnot an der Grundschule

Mittagsbetreuung bald in der Alten Schule?

Bernried - Raumnot an der Grundschule zwingt ab September zur Auslagerung der Schüler. Dafür müssen Senioren- und Demenzcafé weichen.

 Es wird langsam eng im Bernrieder Schulhaus am Binselberg, was vor allem für die stark frequentierte Mittagsbetreuung (37 Kinder) zunehmend zum Problem wird. Zuletzt musste der Sportverein sogar den Kleingeräteraum in der Schule freimachen, um ausreichend Platz zu schaffen. Doch das ist nur eine kurzfristige Lösung bis zum Schuljahresende. Wie, respektive wo es mit der Mittagsbetreuung danach weitergeht, ist noch nicht abschließend geklärt. Im neuen Schuljahr werden nach jetzigem Stand 33 Kinder in Bernried eingeschult, die dann auf zwei Klassen aufgeteilt werden müssten. Das bedeutet aber auch, dass man noch ein weiteres Klassenzimmer abknapsen müsste. Im Fokus steht der ehemalige Werkraum, der bislang aber auch von der Mittagsbetreuung mit benutzt wird.

Von Schule, Kinderhaus und der Betreuungsleitung gibt es deshalb Überlegungen, das Angebot ab dem neuen Schuljahr in Ausweichquartiere zu verlegen, bevorzugt in die Alte Schule. Die Räumlichkeiten könnten dann solange genutzt werden, bis der für die nächsten Jahre geplante Schulerweiterungsbau steht. Die Alte Schule, so heißt es, sei vor allem deshalb geeignet, weil im Obergeschoss in den gegenwärtig von der Musikschule und der Blaskapelle genutzten Zimmern die Hausaufgabenbetreuung stattfinden könnte. Also alles kein Problem? Nicht ganz: In der Alten Schule finden regelmäßig das Senioren-Mittwochs- sowie das Demenzcafé statt. Die vom „Sozialen Netz Bernried“ organisierten Veranstaltungen müssten der Mittagbetreuung weichen und in die Torbogenhalle oder ins Salettl ausgelagert werden.

Wie Bürgermeister Josef Steigenberger in der jüngsten Gemeinderatssitzung berichtete, sei diesbezüglich durchaus Kompromissbereitschaft vom „Sozialen Netz“ signalisiert worden – worauf wiederum Ingrid Klemm-Beyer angesäuert reagierte: Die ÜFW-Gemeinderätin ist im „Sozialen Netz“ engagiert und für die Seniorentreffs zuständig. In die bisherigen Gesprächen sei sie aber nicht eingebunden gewesen, echauffierte sich Klemm-Beyer: „Es war wohl ein Fehler, dass ich da nicht dabei war.“ Die Seniorentreffs und vor allem das Demenzcafé könnten nur in räumlicher Einheit mit dem „Sozialen-Netz“-Büro in der Alten Schule betrieben werden. Alles andere sei organisatorisch nicht machbar. Klemm-Beyer kann die Verlegung der Mittagsbetreuung nachvollziehen: „Ich verstehe das. Die Schule und der Kindergarten haben Priorität.“

Allerdings sei das Mittwochs- und Demenzcafé mit bis zu 40 Gästen inzwischen sehr gut besucht: „Der Bernrieder Bürger ist so gestrickt, dass er nicht sofort auf etwas anspringt. Jetzt wäre es aber soweit, dass es läuft“, so Klemm-Beyer. Das letzte Wort ist in der Angelegenheit jedoch noch nicht gesprochen: „Ich will nicht, dass das Café stirbt“, erklärte Steigenberger im Gemeinderat. Er kündigte an, mit allen Beteiligten noch einmal ein Gespräch führen und nach einer Lösung suchen zu wollen.

Auch wegen des Platzbedarfs für den Verbindungsbau zwischen Schule und Kinderhaus soll es demnächst einen „runden Tisch“ geben. Die für das Projekt erforderliche Bebauungsplanänderung wurde vom Gemeinderat bereits beschlossen.

Bernhard Jepsen

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