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Große Bühne für das Licht: Der Maler Reiner Wagner schafft in seinen Bildern magische Stimmungen. 

Reiner Wagner zeigt bis 15. Januar seine Landschaftsbilder in der Seeresidenz

Maler in zwei Welten

Seeshaupt – Ein Maler in zwei Welten. So stellt sich Reiner Wagner, der am Ostufer des Starnberger Sees zu Hause ist, in seinem Katalog mit den neuesten, in diesem Jahr entstandenen Arbeiten vor. Sie sind bis zum 15. Januar in der Seeresidenz zu sehen sind.

Zur Eröffnung der Ausstellung sprach der Schriftsteller Tilman Spengler und schickte, wie er humorvoll ankündigte, „intellektuelle Rauchzeichen“ zu den über 100 anwesenden Vernissagegästen – darunter auch Bürgermeister Michael Bernwieser. Es war für ihn die Gelegenheit, einmal über den Ursprung des Wortes „Welt“ laut nachzudenken und das Publikum mit „fortgaloppierenden Gedankenbewegungen“ zu erheitern. Erkenntnis: Der Begriff Welt ist „eher Nebelraum“, „kein Ort“, und „Reiner Wagner betrachtet die Welt als Bühne“.

Seit 1969 lebt der Künstler in Bayern und malt, wie er sagt, seit er sieben Jahre alt ist. Zuletzt zeigte er im Jahr 2008 seine Arbeiten in Tutzing. Seine Welt dient ihm als Bühne für verschiedene Ansichten vom Ostufer des Starnberger Sees, und diese wiederum geben ihm Raum für die vielfältigen, oft dramatischen Lichtstimmungen, für Kontraste und Konturen, für Gegensätzliches, das zusammenfindet. Rainer Wagner malt in Öl, wobei die Farben meist glatt verstrichen sind und Pinselstriche oder Gesten oft unsichtbar bleiben zugunsten einer eher ruhigen Farbfläche, die für sich alleine besteht.

Er reduziert seine Landschaften auf Form und Farbe, schichtet Wiesengrund, Hügel, Berge, Himmel hintereinander, baut sie wie in einer Kulisse zu Vorder-, Mittel-, und Hintergrund auf, um der Szenerie Raum und Tiefe zu verleihen. Seine Bilder oszillieren irgendwo zwischen Realität und Abstraktion. Hauptakteur auf Wagners Landschaftsbühnen ist das Licht, das magische Stimmungen zaubern kann, wie in der „Abenddämmerung“, wo ein schmaler Lichtstreifen am Horizont unter schwarzblauem Himmel die gesamte Szenerie bis in den Vordergrund beleuchtet.

Die Bilder leben von kalkuliert eingesetzten Kontrasten, Schatten, Gebirgszügen, Waldrändern, und sie sind in ihrer Farbigkeit ausgewogen und reduziert. Dabei kommt der Künstler ganz ohne Figuren aus. Vielmehr ist es der Betrachter, der auf den schlängelnden Wegen gedanklich ins Unendliche wandert, der immer wieder Hütten oder Höfe findet, die den Landschaften Halt geben, dem Betrachter Schutz und Geborgenheit versprechen.

Landschaftsbilder mit Motiven des Starnberger Sees oder mit Wasser findet der Ausstellungsbesucher eher selten. Aber in der Arbeit „Spiegelung, Ambach“ wird der See zum Hauptakteur der Szenerie mit seinem bewegten Farbenspiel auf der das Bild beherrschenden Wasserfläche. Große Fernwirkung und viel Abstand verlangt das Bild „Am Ostufer“ mit seinem großartig inszeniertem Uferverlauf. Die grüne Wiese im Vordergrund der Seepromenade strahlt wie an einem Föhntag und führt bis in die blauen Berge hinein.

Astrid Amelungse-Kurth

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