Der Abschied ist besiegelt: (von links) Sepp und Anni Brüderle, Wolfgang Franz, und Volker Rausch (2. Vorsitzender) unterschrieben ein entsprechendes Papier. foto: von fraunberg

Seeshaupt

OGVS: Die Trennung ist vollzogen

Seeshaupt - Der Ortsgestaltungs- und Verschönerungsverein (OGVS) gibt den Schaugarten nach hitziger Debatte an Barbara Kopf ab.

Die Scheidung ist vollzogen, OGVS und Schaugarten haben sich getrennt. Damit hat Barbara Kopf, selbst OGVS-Mitglied, ihr Ziel erreicht, für die weit über Seeshaupt hinaus bekannte Gartenanlage künftig allein verantwortlich zu sein. Weil sie deren Erhalt nicht gefährden wollten, stimmten 32 Mitglieder am Dienstag bei der Hauptversammlung des Ortsgestaltungs- und Verschönerungsvereins (OGVS) dafür, auf die vertraglich bis 2021 zugesicherte Pachtverlängerung zu verzichten, acht Mitglieder waren dagegen.

Zumindest konnte ausgehandelt werden, dass der OGVS auch künftig hier Veranstaltungen durchführen kann wie die beliebte Serenade. Dass die eineinhalbstündige Debatte vor der Abstimmung nicht gänzlich in persönliche Schuldzuweisungen abglitt, ist dem Vorsitzenden Wolfgang Franz zu verdanken, der die Kontrahenten immer wieder auf die sachliche Ebene lenkte. Die Trennung hatte sich schon bei der außerordentlichen Sitzung im Januar abgezeichnet (wir berichteten). Zwar traf sich die OGVS-Vorstandschaft seither mehrmals mit dem Verpächter, dem Ehepaar Brüderle – aber vergebens, beide beharrten auf der Kündigung für das Areal an der Bahnhofstraße. Ab Januar 2017 soll Kopf Pächterin sein und sich mit einem noch zu gründenden Verein um die Schaugartenanlage kümmern. Das macht die Gartenbaumeisterin zwar schon eigenverantwortlich seit 2005, aber unter dem Dach des OGVS.

Der Verein hatte damals die als Kleinunternehmen geplante Gartenanlage von Kopf und ihrem Mann Helmut Klug, ebenfalls Gärtner, übernommen, weil die beiden finanziell vor dem Aus standen. Seither hat der OGVS rund 21 000 Euro aus eigenen Mitteln, dazu erhebliche Privatspenden und 32 000 Euro aus der Gemeindekasse in den Garten gesteckt. Die arbeitsintensive, ehrenamtliche Pflege der Anlage lief von Anfang an unter der Regie von Kopf.

Um die Abspaltung doch noch abzuwenden, hatte die Vereinsführung ihr angeboten, eine Fachabteilung „Schaugarten“ zu etablieren, in der sie das alleinige Sagen habe, aber sie lehnte ab. Mit einem unabhängigen Schaugarten-Verein könne sie mehr aus diesem Kleinod machen, erklärte Kopf bei der Versammlung im Schützenheim – zum Beispiel eine öffentliche Anlage nach Art der englischen Gärten, wo die Besucher auch Pflanzen erwerben können. 

Renate von Fraunberg

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