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Innenansicht: Bürgermeister Josef Steigenberger im imposanten Backsteingewölbe des Sommerkellers.

Sanierung schreitet voran

Sommerkeller: „Er tut unserem Dorf gut“

Bernried – Die Sommerkeller-Sanierung schreitet voran, die Rohbauarbeiten am Gemeindezentrum sind beendet. Die Kosten dafür könnten allerdings ansteigen:

Es gibt nur wenige Anlässe, bei denen man Bürgermeister Josef Steigenberger nicht froh gelaunt und mit optimistischer Ausstrahlung antrifft. Doch wenn das Gemeindeoberhaupt von seinem Büro im Bernrieder Rathaus zum Fenster hinausschaut, dann wirkt sein natürliches Dauerlächeln irgendwie noch breiter – und das liegt nicht nur an dem wunderschönen Panoramablick über den Starnberger See. Der Rathauschef freut sich über den Fortschritt der zweiten Ausbaustufe am Bernrieder Gemeindezentrum.

Außenansicht: Die Rohbauarbeiten am Gemeindezentrum sind beendet. Rechts die Verbindung für Bücherei und Touristinfo.

Die Rohbauarbeiten am Verbindungsbau, in den unter anderem die Bücherei und die Touristinfo einziehen sollen, sind inzwischen ebenso abgeschlossen wie die Grundgestaltung des Entrees zum Sommerkeller. „Der Bau läuft gut. Wir liegen voll im Zeitplan“, berichtet Steigenberger. Bis zum Spätherbst soll die Außenfassade fertig sein. Danach geht es an den Innenausbau – alles Schritt für Schritt und je nach Haushaltslage, wie der Rathauschef betont: „Wir versuchen, den Bau gleichmäßig vorwärtszubringen.“ Im Fokus der Ausbaustufe steht aber natürlich die Restaurierung des historischen Sommerkellers. Das markante Backsteingewölbe soll wieder zu dem werden, was es Ende des 19 Jahrhunderts bereits einmal war: Ein überregional bedeutsames Veranstaltungszentrum (siehe Kasten). Steigenberger, der vor ein paar Wochen im provisorisch bereits nutzbaren Sommerkeller seinen 60. Geburtstag mit 350 Gästen gefeiert hat, spricht schwärmerisch von einem „Festtempel“: „Der Sommerkeller war immer schon etwas Besonderes. Jetzt wird er seiner alten Bestimmung wieder zugeführt.“

Die Planungen, den alten Bierkeller auszubauen, waren anfangs kein Selbstläufer. Für ein 2200-Einwohner-Dorf wie Bernried ist die Finanzierung eines solchen Mammutprojekts kein Pappenstiel. Da galt es Überzeugungsarbeit zu leisten, als man sich Anfang der Jahrtausendwende entschlossen hatte, den Sommerkeller vom damaligen Hofgutbesitzer zu kaufen.

2003 begann der erste Bauabschnitt

2003 wurde schließlich im Zuge des Rathausneubaus mit dem ersten Bauabschnitt begonnen. Der Sommerkeller musste unter anderem stabilisiert und die Gewölbewand freigewaschen werden. Außerdem wurde eine Tiefgarage errichtet. Insgesamt schlugen die Kosten mit rund 4,5 Millionen Euro zu Buche, wobei über die Städtebauförderung etwa die Hälfte finanziert wurde. Der zweite Bauabschnitt am Gemeindezentrum wird nach den Kalkulationen noch einmal rund vier Millionen Euro verschlingen. Bislang ist laut Steigenberger kostenmäßig „noch alles im Rahmen“.

Die Betonung liegt auf „noch“: „Die Preise in der Baubranche explodieren gerade. Ich befürchte, dass es am Ende ein bisserl mehr wird“, so der Bürgermeister. Allerdings erwartet die Gemeinde erneut einen satten staatlichen Zuschuss von 2,5 Millionen Euro. Unterm Strich wird die Kommune also für ihr Veranstaltungszentrum rund vier Millionen Euro aus eigener Tasche zahlen müssen. „Das ist für so ein Objekt nicht viel, ganz im Gegenteil“, betont Steigenberger: „Der Sommerkeller verschafft uns ein Alleinstellungsmerkmal. Er tut unserem Dorf gut.“ Der Sommerkeller soll sich – wie damals – zu einem Besuchermagneten entwickeln und Gäste nach Bernried locken. Er soll Platz für dörfliche Festivitäten bieten und Veranstaltungsort für Tagungen, Konzerte, Kongresse und Firmenfeiern sein. Durch die Fremdvermietungen will man einen Teil der Unterhaltskosten refinanzieren.

Der Vorteil Bernrieds: Mit rund 750 Hotelbetten verfügt man bereits über die für solche Events notwendigen Übernachtungskapazitäten. Laut Steigenberger ist aber „kein Ballermann-Tourismus“ geplant: „Es soll alles in ruhigen Bahnen ablaufen. In diese Philosophie passt der Sommerkeller ausgezeichnet hinein“, so der Bernrieder Rathauschef.

von Bernhard Jepsen

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