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Feierlich: der Festakt mit den beiden Bürgermeistern Pascal Gouhary und Josef Steigenberger (links an der Treppe). 

Städtepartnerschaft  Bernried-Samoreau

„Ein Paar geblieben“

Bernried - Irgendwie hätte man sich am Sonntagabend nicht gewundert, wenn vor Schloss Höhenried posthum Konrad Adenauer und Charles de Gaulle aufgetaucht wären und den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag von 1963 noch einmal unterzeichnet hätten. Gefeiert indes wurde 25 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Bernried und Samoreau.

 Die Szenerie dazu hätte jedenfalls gepasst. Das noble Eingangsportal zum Schloss war mit den Farben der Tricolore angestrahlt und an den Stufen mit Fackeln geschmückt. Vor der Treppe standen für den offiziellen Akt ein Tisch und zwei Stühle bereit. Freilich wurde dort nicht der Èlysée-Vertrag unterschrieben, sondern Bernrieds Bürgermeister Josef Steigenberger und sein französischer Amtskollege aus Samoreau, Pascal Gouhary, erneuerten die seit 25 Jahren bestehende Partnerschaft – begleitet von viel Applaus und Bravo-Rufen. Der Festakt im Schloss war ein würdiger Abschluss und zugleich Höhepunkt der dreitägigen Jubiläumsfeierlichkeiten, für die eigens eine 45-köpfige Delegation aus Frankreich an den Starnberger See gereist war.

Gouhary sprach bei der Unterzeichnung der neuen Partnerurkunden von einem „sehr wichtigen Tag für beide Dörfer“. Obwohl sich die Zusammensetzung der jeweiligen Gemeinderäte und die privaten Verbindungen im Lauf der 25 Jahre immer wieder verändert hätten, seien Bernried und Samoreau dennoch „ein Paar geblieben“. Ziel müsse es sein, nach der silbernen Hochzeit nun die goldene anzupeilen.

Der „Maire“ äußerte sich diesbezüglich optimistisch: „Wir verstehen uns so gut, weil unsere Orte so gleich sind.“ Samoreau liegt wie Bernried vor den Toren einer Großstadt (Paris) und hat wie das Klosterdorf rund 2000 Einwohner. Da gibt es viele Parallelen – und die Freundschaft besteht nicht nur auf dem Papier, sie wird auch gelebt. Die Atmosphäre beim Festabend war ein Beleg dafür: Da gab es jede Menge herzlicher Umarmungen, und beim Sektempfang hieß es immer „Santé“ oder „Prost“.

Und der Blick ist in die Zukunft gerichtet: Das Partnerschafts-Gen soll auf die jüngere Generation übertragen und quasi neu implementiert werden. Bei einer internen Gesprächsrunde im Vorfeld des Festakts wurde unter anderem über gegenseitige Besuche von Schulklassen, Sportgruppen und der Jugendfeuerwehren diskutiert. Die Partnerschaft soll also einen noch stärkeren institutionellen Austausch erfahren.

Natürlich wurde beim Festabend auch Rückschau auf die Geschichte der Partnerschaft gehalten. Begonnen hatte alles 1989 bei einer Dampferfahrt auf dem Chiemsee. Während des Ausflugs erzählte Brigitte Roblin ihrer Freundin Gertraud Foerst, dass sie in den Gemeinderat von Samoreau gewählt worden sei und nun eine bayerische Partnerkommune suche. Foerst, die damals als juristische Staatsbeamtin im Landratsamt in Weilheim arbeitete, musste nicht lange überlegen: „Mein erster Gedanke war: Bernried. Das Dorf ist ein Traum“, erzählte Foerst beim Festabend – wobei sie den damaligen Bürgermeister Walter Eberl erst noch überzeugen musste: „Der hatte eigentlich an einen guten Käseproduktionsstandort und eher an Roquefort gedacht.“

Aber alles längst vergessen: Eberl wurde neben vielen anderen ebenso für die deutsch-französische Silberhochzeit ausgezeichnet wie Foerst, Roblin und Anita Kempter, die von Steigenberger sogar die Hofmarksmedaille überreicht bekam: „Sie ist der Motor der Partnerschaft. Jedes zweite Telefonat in den letzten Wochen hatte ich mit ihr“, so der Rathauschef über das ehrenamtliche Engagement.

Danach ging´s für die Festgesellschaft ins Schloss zum Dinieren. Für das Menü wurden im Höhenrieder Park extra drei Hirsche geschossen. Auch kulinarisch ließen sich die Bernrieder also nicht lumpen.

Bernhard Jepsen

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