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Gruppenfoto: Die Reisegruppe der „Stiftung Namibia“ um Dr. Beatrix Heimrich (2.v.l.) mit Einheimischen. 

"Stiftung Namibia" aus Hohenpeißenberg

Spenden in Namibia abgegeben

Hohenpeißenberg -  Spenden macht Freude – und Reisen ebenso. Umso besser, wenn man beides verbinden kann. Acht Frauen und ein Mann haben sich für die Hohenpeißenberger „Stiftung Namibia“ nach Afrika aufgemacht, um Projekte zu besuchen und ihnen Spenden zukommen zu lassen.

„Es sollte keine typische touristische Reise sein, sondern einen Einblick ins Leben der Afrikaner geben“, sagt Dr. Beatrix Heimrich, die Vorsitzende der Stiftung ist und regelmäßig Namibia besucht. Ihre Mitreisenden kamen größtenteils aus dem Landkreis. Nicht alle gehören der Stiftung an. „Es war eine gemischte Gruppe. Wer wollte, der durfte mitfahren.“ Und einiges erleben.

In Windhoek und Otjiwarongo machten die neun beim Selbsthilfe-Projekt „Penduka“ Halt, bei dem jeweils rund 150 behinderte Frauen nähen, schneidern, töpfern und Ketten herstellen und davon ihre Familien ernähren. Außerdem wurden in Windhoek ein kleines Restaurant am See und einfache Unterkünfte aufgebaut. In letzteren übernachtete die Gruppe. „Sie sind sehr einfach, aber sehr liebevoll eingerichtet“, beschreibt Heimrich. Seit Jahren unterstützt der Verein das Projekt finanziell. Diesmal gab’s auch Geschenke. Die Bayern hatten Verbandsmaterial, Brillen und Wärmflaschen mitgebracht – und wurden im Gegenzug herzlich von den Einheimischen umsorgt.

Auch in Tsumeb erlebte die Gruppe eine schöne Zeit. Die Stiftung unterstützt ein Straßenkinderprojekt jeden Monat mit 300 Euro. Die Dankbarkeit ist groß. „Die Kinder haben uns begrüßt, getanzt und gesungen“, sagt Heimrich begeistert. Rund 200 Kinder bekommen in Tsumeb Essen und Kleidung von den Tutzinger Missionsbenediktinerinnen. Zudem werden rund 200 ältere und kranke Menschen mit Essen auf Rädern versorgt.

Von Tsumeb aus ging’s für die Reisenden rund 300 Kilometer weiter gen Norden. Schließlich kamen sie am Okawango River an, wo sich das Projekt „Namuntuntu“ befindet. Mit Unterstützung der „Stiftung Namibia“, die 60 Mitglieder hat, ist dort ein Kindergarten gebaut worden, in dem 30 Mädchen und Buben betreut und einmal täglich mit Essen versorgt werden. „Für manche ist das die einzige Mahlzeit am Tag. Die kleinen Stöpsel laufen dafür teils fünf, sechs Kilometer“, sagt Heimrich. Das Projekt werde künftig mit 200 Euro monatlich weiter gefördert.

Weil die Wege in Namibia oft sehr weit sind, leben viele Kinder in Internaten. „Nur so ist für sie der Besuch einer Schule möglich.“ Damit es den Buben und Mädchen gut geht, hat die Stiftung 5000 Euro in ein Projekt investiert, das Internatsleiterinnen ausbildet. Drei Frauen können damit drei Monate lang geschult werden. „Sie könnten sich das sonst nicht leisten“, sagt Heimrich. Aber die Ausbildung, die Schwester Beate Schröter in der Missionsstation St. Michael bei Outjo anbietet, sei wichtig. „Viele Frauen wissen vorher gar nicht, wie sie mit den Kindern umgehen sollen.“ Deshalb ist Heimrich überzeugt, dass die Spende große Wirkung hat: „Davon haben ganz viele Kinder etwas.“

Ebenfalls jungen Afrikanern kommen die rund 400 Euro zu Gute, die die Gruppe für das Waisenhauses Omaruru abgab. Die stammten allerdings nicht aus den Spendengeldern der Stiftung – aber aus Hohenpeißenberg. Das Waisenhaus hatte einst Pater Johannes Neudegger aufgebaut. Die „Wonder-Brass“ sammelten nach seinem Tod bei einem Gedenkgottesdienst Spenden für Omaruru – und da eine der Musikerinnen mit nach Namibia reiste, wurde das Geld gleich persönlich abgegeben. Für gute Taten ist schließlich immer Zeit. 

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