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Symbolfoto.

23-Jähriger hatte bei Schlägerei mitgemischt

Geschubst oder geschlagen?

Weilheim - Er hatte bei einer Schlägerei mitgemischt.  Dafür wurde ein 23-Jähriger zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt.

 War der 23-Jährige aus Wielenbach maßgeblich an der handfesten Auseinandersetzung beteiligt, die am 20. Dezember im vergangenen Jahr gegen 1.35 Uhr Rettungswagen, Notarzt und Polizei ausrücken ließ oder hat er wirklich nur einen geringen Tatbeitrag geleistet, wie er es in der Verhandlung vor dem Amtsgericht Weilheim immer wieder beteuerte? Diese Frage musste Amtsrichter Michael Eberle kürzlich klären.

Es ging um eine Auseinandersetzung in der Ledererstraße in Weilheim. Dort trafen des Nächtens zwei Gruppen von jungen Männern aufeinander. Sie alle waren nicht mehr ganz nüchtern. Ab diesem Zeitpunkt gehen die Berichte über das, was geschehen ist, auseinander.

Sie hätten gerade auf das Taxi gewartet, das sie nach Polling bringen sollte, als die jungen Männer auf sie zukamen. Die Gruppe um den Angeklagten habe sie fotografieren und filmen wollen und das wollten sie verhindern, schilderte ein Zeuge in der Gerichtsverhandlung. Sie hätten klar gesagt, dass sie das nicht wollten. Daraufhin hätten die jungen Männer aus der anderen Gruppe plötzlich zugeschlagen, sagte der Zeuge. „Der erste Schlag kam unvermittelt“, sagte ein anderer Zeuge aus der Gruppe. „Ich habe eine Faust ins Gesicht gekriegt“, sagte der dritte, und ein vierter, der zu der Auseinandersetzung hinzukam, schilderte, wie er in das Bacherl in der Ledererstraße geschubst wurde.

Laut Anklage hat der Wielenbacher beleidigt, geschubst und einen jungen Mann auf den Kiefer geschlagen, so dass der Mann zu Boden ging. Anschließend habe er den am Boden liegenden weiter mit Faustschlägen malträtiert. Anschließend habe er sich auf einen anderen aus der Gruppe gesetzt, ihn am Kragen gepackt, den Kopf mehrfach angehoben und zu Boden gedrückt.

Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe: Sie hätten die Burschen nicht fotografieren wollen, sondern diese gebeten, ein Foto von ihnen zu machen. Das hätten diese vehement abgelehnt. „Das hat sich ein bissl hochgeschaukelt“, sagte der Angeklagte. Er gab auch zu, am Schubsen beteiligt gewesen zu sein. „Ich weiß auch nicht, ob ich beim Schubsen ins Gesicht getroffen habe.“ Aber zugeschlagen habe er sicher nicht. Deswegen hatte er auch gegen den Strafbefehl Einspruch eingelegt, der gegen ihn erlassen worden war.

Auch ein anderer Zeuge aus der Gruppe um den Angeklagten wollte von den Schlägen nichts gesehen haben. „Ich kann ausschließen, dass er auf einem am Boden Liegenden saß und dass er überhaupt zugeschlagen hat“, sagte der Zeuge. Auch die Aussage des Dritten im Bunde brachte keine Klärung, weil dieser die Aussage verweigerte. Gegen ihn läuft ebenfalls ein Verfahren, und als Beschuldigter hat er das Recht, nicht auszusagen, wenn ihn seine Angaben belasten könnten.

Auch wenn die Beteiligten nichts zugaben, war für Richter Eberle der Fall klar. Vor allem, weil die Bilder von den Verletzungen der jungen Männer eine deutliche Sprache sprechen. „Wo kommen denn dann die Verletzungen her?“, fragte er. Er verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 1800 Euro. Das entspricht 90 Tagessätzen à 20 Euro. Er habe die 90 Tagessätze nur deswegen nicht überschritten, weil er ihm die Zukunft nicht verbauen wolle, sagte Richter Eberle bei der Urteilsbegründung zu dem Wielenbacher. So gilt er nämlich trotz der Verurteilung nicht als vorbestraft.

Kathrin Hauser

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