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Zur Live-Besetzung von "The Notwist" gehören (v.l.) Max Punktezahl, Micha Acher, Markus Acher, Andi Haberl, Karl Ivar Refseth und Cito Beck.

erstes Live-Album „Superheroes, Ghostvillains & Stuff“

Das Beste von „The Notwist“

Weilheim - Darauf haben die Fans von "The Notwist" gewartet: Die Begründer des „Weilheim-Sounds“ veröffentlichen ihr erstes Live-Album „Superheroes, Ghostvillains & Stuff“.

Kann man sich das vorstellen? Ein „Best of“- Album von „The Notwist“? Vielleicht gar zum Weihnachtsgeschäft? Eine Sammlung mit den „Hits“ jener Band, die sich dem Hit und allen anderen Verlockungen der Popwelt doch konsequent verweigert? Die selbst, als sie das Geld gebraucht hätte, nicht mal einen Song für teuflisch gut bezahlte Mobilfunkwerbung freigeben wollte...?

Nein, ein solches „Best of“- Album kann (und mag) man sich nicht vorstellen. Nicht von „The Notwist“. Und doch ist es jetzt da, neun Wochen vor Weihnachten: Heißt zwar nicht „Best of“ oder „Greatest Hits“, sondern „Superheroes, Ghostvillains & Stuff“. Ist auch keine geschäftstüchtige Nochmalverwertung bereits angebotenen Materials in neuer Zusammenstellung und Aufmachung – sondern das erste Live-Album in 28 Jahren „Notwist“-Geschichte. Also was wirklich Neues, ein Werk für sich. Und doch ein „Best of“.

Tatsächlich scheuten sich die Weilheimer „Notwist“- Köpfe Markus und Micha Acher nicht, darauf jene Songs zu versammeln, die bei anderen Bands „Hits“ heißen würden. Das, was einem auf den Platten der 2002 mit „Neon Golden“ begründeten Erfolgsjahre (aus den frühen, lauten Jahren gibt’s nur „One Dark Love Poem“ vom 1992 erschienenen Abum „Nook“) schon immer am besten gefiel. Von „Pick up the Phone“ bis „Consequence“, von „Run Run Run“ bis „Kong“ findet sich da einiges Eingängiges.

Doch auch das Eingängige hat natürlich, wir reden ja immer noch von „The Notwist“, seine Widerhaken. Im Konzert werden Songs fröhlich erweitert und scheinbar chaotisch unterbrochen, neu interpretiert und manchmal sogar ein bisschen zerstört (um hinterher, wie nach einem reinigenden Gewitter, noch klarer zu wirken). „Es ist eine Musik der Verschränkung und Versöhnung“, schreibt das Band-eigene Plattenlabel „Alien Transistor“ im für sich schon kunstvollen PR-Text zur Neuerscheinung: Es versöhnen sich Pop und Jazz, „der Geist der Aufklärung und die Verspieltheit des Barock“, Minimal Music und heutige Avantgarde, Dubverfahren und Hip-Hop-Techniken. „Am Ende sind die Geister der Songs entfesselt“, so die treffende Beschreibung, „und die Band hat sich freigespielt“.

Aufgenommen wurde das nun Album gewordene Konzert am 16. Dezember 2015 im ehemaligen Lichtspielhaus „UT Connewitz“ in Leipzig. Es war der zweite von drei ausverkauften Abenden dort. Und die Live-Besetzung mit Andi Haberl, Max Punktezahl, Karl Ivar Refseth und Cico Beck rund um die Acher-Brüder war, wie man hört und spürt, in Bestform. So ist „Superheroes, Ghostvillains & Stuff“ nicht nur ein etwas anderes, etwas besseres „Best of“-Album, sondern auch ein hautnahes Konzerterlebnis. Und selbst für Fans, die schon alles von „Notwist“ kennen und haben, ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk.

Das Album

„Superheroes, Ghostvillains & Stuff“ ist als Doppel-CD und „12’’ Triple Vinyl LP“ erschienen bei „Alien Transistor“ (Vertrieb: Indigo/Morr Music). Info im Internet: notwist.com.

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