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Rund 260 Besucher kamen zum Bürgertreffen im „Haus der Begegnung“, bei dem Dr. Oskar Handow informierte. 

Bürgerinitiative „Heimat 2030“  

„Wir wollen keinen Ost-West-Konflikt“

Weilheim - Die Bürgerinitiative „Heimat 2030“  hatte zur Info-Veranstaltung zur Ostumfahrung geladen. Der Sinn einer Umgehungsstraße für Weilheim wurde infrage gestellt.

„Ost und West ist wie Pest und Cholera.“ Dies stellte einer der rund 260 Besucher der Informationsveranstaltung fest, zur der die Bürgerinitiative (BI) „Heimat 2030“ ins „Haus der Begegnung“ an der Römerstraße eingeladen hatte. Die BI ist gegen den Bau einer Ostumfahrung von Weilheim (nur diese Trasse ist im neuen Entwurf für den Bundesverkehrswegeplan dargestellt). Warum man die Umfahrung ablehne, begründete BI-Sprecher Dr. Oskar Handow unter anderem mit Fakten zum Flächenverbrauch. Neben einem Tunnel durch das Gögerl seien insbesondere die 600 Meter lange und bis zu acht Meter hohe Rampe auf der Nordseite und der bis zu 90 Meter breite Graben für die südliche Zulaufstrecke problematisch.

Flächenverbrauch, Lärmbelästigung der Anwohner und Einschränkung der Siedlungsentwicklung nach Osten würden gegen den Entwurf sprechen. Und: Die Straße lohne sich nicht, wenn man berücksichtige, dass nur etwa 7000 Autos diese Umfahrung pro Tag nutzen würden. Der Großteil der an der B 2 gezählten 23 000 Autos würde weiterhin durch Weilheim rollen – da es sich größtenteils um Verkehr von und nach Weilheim sowie innerhalb Weilheims handle. Auch wenn jetzt die Ostumfahrung Thema sei, stellte Handow für die BI klar: „Wir wollen keinen Ost-West-Konflikt.“ Denn eine West-Umfahrung sei ähnlich problematisch. Mehrere Bürger betonten, dass eine Umfahrung für Weilheim überhaupt keinen Sinn habe – und bekamen viel Beifall dafür.

Um ihre Position zu untermauern, will die BI weiter Unterschriften gegen die Ostumfahrung sammeln. Bedenken hat ein Bürger auch in Hinblick auf den geplanten Hochwasserschutz für Weilheim. Die Rampe nördlich des Gögerls könnte das Volumen des geplanten Rückhaltebeckens verringern. Laut Handow stimmt die Befürchtung. Das Volumen würde um 70 000 Kubikmeter kleiner ausfallen.

Es kamen auch konstruktive Vorschläge. Eine Besucherin regte an, in Weilheim nicht jede Fahrt mit dem Auto zu machen, um so den Verkehr zu reduzieren. Ein Besucher schlug vor, die Bundesstraße aufzuweiten und eine Wechselspur einzubauen, um den Durchgangsverkehr zu beschleunigen. Auch eine Unterfahrung der Stadt unter der B 2 wurde diskutiert. Mit der Aufforderung „Nützen Sie die Natur, solange wir sie noch haben“, verabschiedete Handow die Besucher nach knapp zwei Stunden in den Abend.

Informationen

über die BI „Heimat 2030“ im Internet: www.weilnein.de. Dort finden sich auch die bei der Versammlung gezeigten Pläne und Folien.

Alfred Schubert

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