Zahlreiche Anwohner informierten sich über den „Lindenpark“, der Mitte 2017 fertiggestellt sein soll. Foto: Ruder

Eine Linde soll nun doch bleiben

Weilheim - Nach viel Kritik von den Anwohnern soll beim Bau der 37 neuen Sozialwohnungen an der Lindenstraße wird jetzt ein Kompormiss gesucht.

Zwei mächtige alte Linden sollen weg, zwei alte Wohnblocks sollen abgerissen werden, und statt der bisher 23 Sozialwohnungen sollen an der Lindenstraße 37 entstehen, mit der Folge, dass die große Grünfläche zum Teil überbaut wird: Die Pläne der „Wohnbau GmbH Weilheim“ (wir berichteten) sorgen seit Wochen für Zündstoff, vor allem bei den Anliegern im Baumstraßen-Quartier. Bei einer von der „Wohnbau“ am Donnerstagabend in der Aula der Hardtschule veranstalteten rund eineinhalbstündigen Infoveranstaltung traten viele Konflikte zutage, auch der zwischen der Notwendigkeit von mehr Sozialwohnungen in modernen und größeren Gebäuden einerseits und der damit verbundenen Beeinträchtigung für Nachbarn andererseits. Doch es zeichneten sich in der durchaus sachlichen Diskussion Kompromisse ab - zumal die Anlieger erfuhren, dass sie Bedenken und Anregungen im Laufe des Genehmigungsverfahrens noch vorbringen können.

Am großen Adventskranz in der Aula brannten drei Kerzen, als „Wohnbau“-Geschäftsführer Felix Nuss feststellte: „Wir haben eine Wohnungsknappheit in Weilheim“, und zwar bei solchen Wohnungen, deren Mieten sich auch Menschen mit niedrigem Einkommen leisten könnten. 130 Familien stünden derzeit auf der Warteliste des Sozialamtes der Stadt. Die „Wohnbau“ wolle deswegen auf dem Areal an der Lindenstraße möglichst viele Wohnungen schaffen. Für mehr Wohnungen müssten aber auch mehr Stellplätze, nämlich 60, angelegt werden. Die „Wohnbau“ sei gerade dabei, Ersatzwohnungen für die 24 Mieter der Blocks der Lindenstraße 1-5 zu finden, die abgerissen werden. Es solle eine „einvernehmliche und sozialverträgliche Entmietung“ erfolgen. „Dabei habe ich einfach übersehen, dass dort zwei Linden stehen“, so Nuss, und so sei ohne die Bäume geplant worden. „Jetzt soll ein Kompromiss gefunden werden“, so Nuss.

Der läuft wohl darauf hinaus, dass einer der beiden 60 Jahre alten Bäume stehen bleibt, dazu werden die neuen Gebäude etwas enger zusammengebaut. Würden beide Linden erhalten, so Architekt Rüdiger Pöhlmann aus München, der den Wettbewerb gewonnen hatte, fielen vier Vier-Zimmer-Wohnungen sowie fünf Stellplätze weg.

Gerade die großen Wohnungen seien von Familien aber sehr gefragt. Deswegen würden auch 17 Drei-Zimmer-, elf Vier-Zimmer- und eine Fünf-Zimmer-Wohnung gebaut. Zudem verpflichtet sich die „Wohnbau“ laut Nuss, fünf große Bäume auf ihren Grundstücken in Weilheim als Ersatz zu pflanzen und den Innenhof mit Sträuchern zu begrünen.

Die Liste der Einwände aus der Bürgerschaft war lang: Sie seien schlecht informiert worden, die Häuser seien zu groß, die Parkplätze rückten jetzt bis zweieinhalb Meter vor die Schlafzimmer der benachbarten Einfamilienhäuser, die Häuser im Norden würden verschattet, hieß es. Pöhlmann sagte dazu: „Nachverdichtung ist für die Anlieger immer unangenehm, aber wir dürfen den sozialen Aspekt nicht vergessen.“

Vize-Landrat Karl-Heinz Grehl wehrte sich gegen den Vorwurf, die Bürger seien nicht rechtzeitig über das Vorhaben der „Wohnbau“ informiert worden. „Jetzt liegen die Pläne vor, jetzt können wir darüber reden“, stellte er fest.

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