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Frei von künstlichen Aromen, Farb- und Konservierungsstoffen sind die Eiskugeln im Eiscafé „Alpenkuss“, die die Pächterin Alexandra Arnold herstellt. Die Betriebsleiterin Tini Wiucha (im Bild) bietet „je nach Wetter“ zwischen 12 und 16 Sorten an. Besonders beliebt sind Sondersorten wie „Germknödel“, „Apfelstrudel“ oder „Zwetschgendatschi“. 

Vier Eisdielen-Chefs über Eis und mehr

„Eiszeit“ in der Innenstadt

weilheim - Der Sommer ging in die Verlängerung.  Vier Eisdielen-Chefs berichten von den Lieblingssorten der Kunden, die „kleine Kugel“ und halbgefrorenes Eis.

 Sommerzeit ist „Eiszeit“. Auch wenn die Temperaturen jetzt langsam sinken, ist natürlich die gute alte Eiscreme gemeint. In Weilheims Innenstadt gibt es inzwischen einige Eisdielen, dieses Jahr sind gleich zwei neue hinzugekommen. Die Heimatzeitung hat sich unter anderem danach umgehört, wie die Geschäfte laufen und welches Eis die Kunden am liebsten schlecken.

„Carlesi Cafe“

„Wenn der Herbst schön wird, sind wir wieder zufrieden“, sagt die Besitzerin des alteingesessenen „Carlesi Cafes“, Silvia da Silva. Am „Anfang war der Sommer nix“ und somit lief auch das Geschäft nicht so gut wie sonst“, erklärt sie. Die Verluste werde das Café nicht so schnell wieder ausgleichen können. Gerade weil es eben ein Café ist, dessen Hauptgeschäft das Eis ist, wie sie sagt. Diese Verluste könne man nicht mit normalem Restaurantbetrieb ausgleichen. Auf die Frage, ob ihr der Trend zu kleinen Kugeln beziehungsweise halben Portionen auffällt, antwortet sie: „Wir bieten die Kinderkugeln schon immer an. Vor allem, weil Kinder nicht so viel schaffen.“ Sie könne „aber auch verstehen, wenn ein Erwachsener sagt, er will lieber zwei kleine Kugeln, aber dafür zwei verschiedene Sorten. Warum sollte er sich die Waffel überladen?“

Besonders beliebt seien bei ihr die Sorten „Mango“, „Pistazie“ und „Joghurt-Holunder“. Die Chefin selbst empfiehlt das Pistazien-Eis. Gängig sei natürlich Vanilleeis, das oft auch im Eisbecher und im Eiskaffee lande. Die kleinen Gäste lieben laut da Silva das Schlumpf-Eis und das Waldmeister-Eis – wegen der intensiven Farben.

„Alpenkuss“

Mit extremen Farben kann die „Alpenkuss“-Eisdiele an der Pöltnerstraße nicht locken, dafür aber mit „bayerischem Eis“: Das Café, das seit 1. April zur Innenstadt gehört, stellt seine Eissorten nur mit regionalen Zutaten und ohne Farbstoffe her und orientiert sich an seinem Namen, indem es vor allem typisch alpenländische Gerichte wie Kaiserschmarrn, Apfelstrudel und Germknödel zu Eis macht. Der Renner ist laut Geschäftsführerin Alexandra Arnold aber die Sorte „Zitrone-Minze“. Seit kurzem verkauft das Eiscafé auch Zwetschgendatschi-Eis. „Wir passen uns an die Jahreszeiten an“, sagt Arnold. Für den Winter ist deshalb unter anderem die Sorte „Zimtstern“ geplant. Jetzt ist aber noch Spätsommer, und obwohl der Sommer lange auf sich warten ließ, sagt Arnold über den Umsatz: „Wir können uns nicht beschweren“. Der Verkauf von Eis in der Waffel und solchem im Becher hält sich laut Arnold übrigens die Waage.

Ihr ist aber aufgefallen, „dass Unverträglichkeiten immer mehr zunehmen und einige Kunden nach veganem Sorbet ohne Waffel fragen.“ Als Nächstes hat sie sich überlegt, ihre insgesamt 13 Mitarbeiter eine eigene Eissorte kreieren zu lassen.

„leveni eismanufaktur“

Die „leveni eismanufaktur“ ist erst seit 21. April in Weilheim am Marienplatz und wirbt damit, dass ihr Eis unter anderem ohne Eier, gluten- und laktosefrei hergestellt wird. Der Chef der Eisdiele, Jens Wenderoth, der schon länger einen Eiswagen in Bernried besitzt, berichtet auch von einem positiven Umsatz: „Das Konzept geht bisher gut auf.“ Auch wenn das Wetter nicht immer sommerlich war und die ungemütlichen Tage schon zu spüren gewesen seien, wie er sagt. „Ich hab’ ja wirklich nur Eis, das zwar gescheit ist, aber sonst verkaufe ich nichts, das Umsatz macht.“ Er denke aber darüber nach, auch Kaffee anzubieten. Von seinen 18 Sorten würden Kinder wie in der Eisdiele „Carlesi“ am liebsten das Mangoeis essen. Generell seien aber alle Sorten, von denen vier immer wieder ausgetauscht würden, sehr beliebt, so der Eismacher. „Bei den Erwachsenen geht besonders gut das Pistazieneis“, erzählt Wenderoth. Dessen Produktion sei aber auch sehr kostenaufwändig, genauso wie das Vanilleeis, für das er echte Vanilleschoten verwendet, von denen ein Kilogramm 200 Euro kostet. Weil er nur echte Zutaten und nie „Pülverchen“ oder ähnliches verwende, seien seine Kugeln mit 1,20 Euro auch etwas teurer. „Ich glaube sogar, meine Eiskugeln sind in Weilheim die teuersten“, sagt Wenderoth. Den Trend zu den kleinen Kugeln beziehungsweise einer halben Eisportion mitzumachen, ließe er sich noch durch den Kopf gehen.

Restaurant „Emporio“

Den Weilheimern schon lange ein Begriff ist das italienische Restaurant „Emporio“, das Claudio Carbone diesen Monat seit 20 Jahren betreibt. Hier gibt es neben Pizzen auch eine große Eis-Auswahl. Jedes Jahr ist der Chef auf der Eismesse, um sich von neuen Kreationen inspirieren zu lassen. Deswegen ist heuer unter den Sorten auch das „Edelweiss“ – ein Eis aus Sahne, Johannisbeeren, Erdbeeren und obendrauf Granola. Doch die Favoriten sind laut Carbone nach wie vor die Klassiker. „Bei den Erwachsenen sind Stracciatella, Malaga, Vanille, Nuss und Erdbeere sehr beliebt“. Die Kinder hingegen seien experimentierfreudiger, meint er. Sie mögen vor allem das „Cremino“-Eis – ein Nuss-Nutella-Eis. Auch Carbone verkauft zwei kleine Kugeln mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen als eine Kugel. Das hauseigene Eis „Emporio“ ist übrigens ein halbgefrorenes Eis, wie Carbone erklärt. „Das ist so ähnlich wie eine Mousse au Chocolat. Ich glaube, das haben nur wir, da es in der Herstellung sehr aufwändig ist.“ Wenn er selbst Eis isst, lautet die Devise: „Wenn, dann richtig“. „Ich mag vor allem die Sorten, in denen richtig was drin ist. Also Kaffee und Nutella zum Beispiel“, verrät Carbone.

Luca von Prittwitz

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