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Von wegen, keine Ahnung: Heinz Marecek wusste viel über seine Zunft zu erzählen. 

Heinz Marecek im Stadttheater

Wiener Schmäh für Weilheim

Weilheim - Schauspieler Heinz Marecek war in Plauderlaune. Er erzählte kurzweilig von den Marotten seiner Kollegen.

Ein blauer Regiestuhl mit Namenszug auf der Lehne, ein Beistelltisch mit einer Karaffe Wasser und ein Glas. Mehr Requisiten braucht Heinz Marecek nicht, um ein kurzweiliges, eineinhalbstündiges Programm zu bestreiten. Mit seiner pointierten Geschichtensammlung „Das ist ein Theater“ lockte der bekannte österreichische Schauspieler, Regisseur und Kabarettist die Besucher an – das Stadttheater Weilheim war am Samstagabend trotz Fußballs gut besetzt.

Schon immer habe er gern Geschichten gehört und diese dann auch gesammelt, teilte Marecek dem Publikum mit. Und in seinem Beruf häufen sich da schon so einige Anekdoten an – in und um das Theater, um die Marotten der Schauspieler, die teils kauzigen, teils gefürchteten Regisseure. Marecek hat da so Einiges erlebt, vor allem in seiner beinahe dreißigjährigen Tätigkeit am Theater in der Josefstadt in Wien. „Dort gibt es Geschichten, die wie Geister im Haus kreisen“, erzählte der Schauspieler.

Ob Marecek seine künstlerische Freiheit ausnützt und die Geschichten ein wenig ausmalt, ist nicht erkenntlich und auch vollkommen egal. Man hat einfach seinen Spaß an dem, was alles so passieren kann in dieser Zunft. So ist beispielsweise der Text für so manchen Akteur ein Riesenproblem, erfährt der Besucher. Da gab es den berühmten österreichischen Schauspieler Eric Frey, der bei einem Hänger immer rot anlief und dabei so komische Knacklaute von sich gab, dass die Schauspielerkollegen schon wussten, dass sie sich etwas einfallen lassen mussten, um den Abend zu retten.

Einfallsreich war man in diesem Zusammenhang auch in puncto Soufflieren. Einer der bedeutendsten Schauspieler des Burgtheaters war Raoul Aslan, der nahezu symbiotisch abhängig war von den Souffleuren. An den unterschiedlichsten Requisiten auf der Bühne musste man diese verstecken, damit Aslan seinen Text hatte. Hinter seinem Thron als Julius Cäsar ging einem armen Textflüsterer aber einmal die Taschenlampe aus. Batterie leer – kein Text.

Beim Film half man sich da anders, ließ Marecek wissen. Hans Albers hatte am Set überall die damals sogenannten Neger verteilt. Schwarze Tafeln, auf denen mit weißer Kreide Textpassagen stehen. Albers berühmt-verschleierter Silberblick könne auf das Entziffern dieser Zeilen hindeuten, so Marecek augenzwinkernd.

Textschwierigkeiten oder Hänger hatte der Wiener keine. Ohne irgendwelche Notizen erzählte er frei, imitiert dabei Kollegen in Dialekt und Mimik und hat sichtlich Spaß an dem Ganzen. Das war ein Theater!

Regina Wahl-Geiger

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