Kleine Feierstunde: Hans Rock (r.) eröffnete das neue Büro offiziell in Anwesenheit von (v.l.) Marion Benz, Horst Martin Susan Enders (Stadträtin der Freien Wähler und Behindertenbeauftragte des Stadtrates) sowie Axel Piper und anderen Gästen. Foto: Gronau

Auch Behinderte können allein wohnen

Weilheim - Herzogsägmühle eröffnete neuen ambulanten Assistenz-Dienst für Menschen mit Behinderung

Im westlichen Landkreis ist der Dienst mit Sitz in Peiting schon fest etabliert, nun bietet Herzogsägmühle auch im restlichen Landkreis eine „Ambulante Wohnassistenz für Menschen mit Behinderung“ (AWA) an, vorrangig für Menschen mit Lernbehinderung. Im „Herzog-Christoph-Haus“ in Weilheim wurde dafür eine Anlaufstelle geschaffen. Am Freitagnachmittag wurde das Büro offiziell mit einem kleinen Fest eröffnet und eingeweiht.

Eng ging es her im Eingangsbereich des „Herzog-Christoph-Hauses“, als Betroffene, deren Angehörige, Vertreter aus Politik und Kirche sowie andere Gäste sich zu dem offiziellen Teil des Festes trafen. Ein Hauch von Aufregung lag in der Luft, denn wegen des Dauerregens musste sich alles, anders als geplant, drinnen abspielen. Und so hatte das Team vom „Lila Treff“ der Peitinger AWA alle Hände voll zu tun, alles zu deichseln.

In Weilheim gibt es bisher nur stationäre Plätze für Menschen mit Behinderung. Und das ist in ganz Oberbayern die Regel, wie Hans Rock, stellvertretender Direktor von Herzogsägmühle, sagte. 5700 Menschen mit geistiger Behinderung leben seinen Worten nach in Oberbayern in einem Heim, 900 können selbstständig in einer Wohnung sein. Ziel sei, so Rock, dass dies einem Viertel der Betroffenen möglich wird. Diese Entwicklung schreite aber nur sehr langsam voran, so Rock. Auch deswegen, weil es an passenden, erschwinglichen Wohnungen mangle. Rock appellierte an die Vertreter der Stadt Weilheim, verstärkt auf den sozialen Wohnungsbau zu setzen. Die „Ambulante Wohnassistenz“ sorge dann dafür, dass die allein lebenden Menschen zurechtkommen - bei den hauswirtschaftlichen Tätigkeiten ebenso wie bei Behördengängen. „Allein wohnen heißt nicht allein sein“, so Rock.

Für die Stadt stellte zweiter Bürgermeister Horst Martin fest, dass Weilheim sehr glücklich sei über die umfangreichen Angebote von Herzogsägmühle. Er nannte unter anderem das Clubhaus „Oase“, die Gebrauchtwarenfirma „i + s Pfaffenwinkel“, die Wohnungen für ehemalige Obdachlose in dem Neubau an der Schützenstraße und das „Herzog-Christoph-Haus“ mit seinen zahlreichen Diensten und dem Laden. In Weilheim, so Martin weiter, gebe es zur Zeit weitere Überlegungen, Sozialwohnungen zu bauen. Er sprach von einem Block im neuen Baugebiet „Am Hardtfeld“. Zudem plane die „Wohnbau“ den „Lindenpark“, private Investoren wollen in „Dietmayr-Anger“ und an der Kanalstraße tätig werden, und auch die katholische Kirche wolle sich in Weilheim engagieren. Ein Problem sei aber, dass in Weilheim immer mehr Wohnungen aus der Sozialbindung herausfallen, so Martin. Für den evangelischen Dekan Axel Piper steht derweil fest: „Sicher wohnen und selbstständig wohnen sind zwei Grundbedürfnisse der Menschen“, sagte er bei der Segnung der neuen Räume.

Die Frau, bei der alle Fäden der AWA in Weilheim zusammenlaufen, ist Marion Benz. Im westlichen Landkreis betreut die AWA ihren Worten nach 34 Menschen. Jedem Hilfeberechtigten steht ein verantwortlicher Mitarbeiter von Herzogsägmühle fest zur Seite. „Das AWA-Team arbeitet nach dem Bezugspersonensystem“, so Benz. Neben pädagogischem Fachpersonal kommen so genannte Unterstützungskräfte aus anderen Berufen zum Einsatz beispielsweise Krankenpfleger oder Hauswirtschafterinnen, die die zu betreuenden Menschen regelmäßig zuhause besuchen. Im AWA-Büro in Weilheim wird auch geklärt, welche staatlichen Stellen diese speziellen Hilfen für den Alltag bezahlen.

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