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Das Wasser ist weg, aber die Sandsäcke bleiben vorsichtshalber liegen, so wie gestern in Huglfing.

HOCHWASSERGEFAHR in Bayern HÄLT AN

Kein Ende der Regenzeit in Sicht

Weilheim/München – Wolken türmen sich am Himmel und nur selten kommt die Sonne durch. Auch in den kommenden 14 Tagen soll es so bleiben, eine Wetterbesserung ist leider nicht in Sicht. Die Katastrophenhelfer beobachten mit bangem Blick den Himmel.

„Sonnenschein bleibt in den kommende zwei Wochen wohl die Ausnahme, immerhin nimmt die Gefahr von Starkregen ab Mitte kommender Woche ab“, sagt Martin Schwienbacher, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in München. In Sachen Hochwasser kann er keine Entwarnung geben: „Es bleibt gefährlich, da die Böden mit Wasser gesättigt sind.“

Wo ein nächstes Hochwasser droht, weiß der Meteorologe allerdings nicht. „Wir können bestenfalls Minuten zuvor vor einem Hochwasser warnen“, sagt Schwienbacher. Eine große Gewitterwolke kann bei den derzeitigen Wetterbedingungen mit feuchtwarmer Luft am Boden und darüber kalter Luft sogar binnen weniger Minuten entstehen.

Das Wetter ist völlig unberechenbar. An einem Ort regnet es stark, ein paar Kilometer weiter kaum: Zwischen Samstagfrüh und Sonntagfrüh fielen zum Beispiel in Dietenheim in Schwaben 31 Liter pro Quadratmeter, 25 Kilometer weiter in Memmingen waren es nur zwei Liter. In Assling und in Grafing (Kreis Ebersberg) regnete es in der Zeit 16 Liter, in Holzkirchen (Kreis Miesbach) kamen nur vier Liter vom Himmel. In Weilheim waren es nur sechs Liter, das Wochenende brachte hier Entspannung. Die war dringend nötig, nachdem noch eine Woche zuvor der Tiefenbach in Polling über die Ufer getreten war, Keller vollliefen und Muren abgingen.

Bilder vom Hochwasser im Altlandkreis Weilheim

„Unsere Freiwilligen können sich jetzt zum Glück einmal ausruhen, wir hatten in den vergangenen zwei Wochen fünf Hochwassereinsätze, man hat die Erschöpfung der Kollegen gespürt“, sagt Alexander Arnold (30), stellvertretender Ortsbeauftragter des Technischen Hilfswerks in Weilheim. Um so mehr freute er sich auf gemütliches Fußballschauen mit THW-Mitgliedern am Sonntagabend.

Die punktuellen Hochwasser sind kaum vorhersagbar

Eine Behelfsbrücke bei Simbach soll die durch die Flut stark beschädigte Innbrücke ersetzen.

Mit bangem Blick mustert auch Florian Feicht vom bayernweiten THW-Leiterstab in München seit Tagen den Himmel. „Heuer ist das extrem, wir haben immer wieder plötzlich Hochwasserschwerpunkte“, sagt er. Immerhin ist das THW mit 111 Ortsvereinen in Bayern gut aufgestellt und kann schnell reagieren – leider aber manchmal nicht schnell genug, so wie bei der Flut-Katastrophe in Niederbayern, die sieben Menschenleben forderte.

Die punktuellen Hochwasser heuer können die Fachleute kaum bis gar nicht vorhersagen – anders war dies bei der Flutkatastrophe 2013 in Passau, beim Pfingsthochwasser 2005 an Loisach und Isar und beim Pfingsthochwasser 1999, sagt Meteorologe Schwienbacher. „Da regnete es wochenlang stark im gesamten Alpenraum und wir konnten Tage im Voraus sagen, wie hoch die Flüsse ansteigen.“ Heuer sind es kleine Bäche, die plötzlich zu reißenden Strömen werden. Am Tiefenbach in Polling (Kreis Weilheim/Schongau) ist man mit Sandsäcken und Wasserpumpen für einen neuerlichen Einsatz gewappnet.

Der Hochwasserwarndienst prognostiziert, dass neue Sturzfluten „zwar unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen“ sind. Im Katastrophengebiet im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn errichtete das THW Freising eine provisorische Brücke.

Die Menschen in Simbach lassen sich ihren Lebensmut nicht nehmen. Zwei Tage, nachdem Wassermassen mitsamt Schlamm und Geröll durch ihr Haus rauschten, haben zwei Simbacher geheiratet. In Jeans und T-Shirt – die festliche Kleidung war von der Flut fortgerissen worden.

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