Empfang im Theaterfoyer: Unter anderem sprach SPD-Stadträtin Petra Arneth-Mangano (3. v.l.). foto: gronau
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Empfang im Theaterfoyer: Unter anderem sprach SPD-Stadträtin Petra Arneth-Mangano (3. v.l.). 

neujahrsempfang der spd Weilheim

Lob für „humanitäre Säulen“, Kritik an „Tiefschlaf“ der CSU

Weilheim – Neujahrsempfänge sind für Parteien ein willkommener Anlass, eine positive Bilanz zu ziehen, auf Kommendes zu blicken – und sich dem Volk in wahlkampflosen Zeiten in Erinnerung zu bringen. So auch die Weilheimer SPD bei ihrem gestrigen Neujahrsempfang.

Allen voran die Asylbewerber beherrschten die Reden. Da passten die Klänge der afrikanischen Band hervorragend. Ortsvorsitzender Dominik Hey sprach angesichts von 352 Flüchtlingen in der Kreisstadt und mindestens 260, die in die Großunterkunft am Leprosenweg kommen sollen, von einer Herausforderung. Man müsse „akzeptieren, dass sich unsere Gesellschaft verändert, dass sie bunter wird“. Aber: Das Thema fordere alle. „Integration kann nicht von oben verordnet werden.“ Auf die Probleme bei den Unterkünften ging Stadträtin Petra Arneth-Mangano ein: Viele Angebote lägen in Gewerbegebieten – was es dem Bauausschuss schwer mache. „Gewerbeentwicklung ist bei uns auch wichtig.“ Sie lobte die ehrenamtliche Helfer als „humanitäre Säule“, während die Behörden, „teilweise hilflos erscheinen“.

Als Gast hatten sich die Genossen den Landtags-Betreuungsabgeordneten Andreas Lotte aus München eingeladen. Der wohnungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion lobte das Bestellerprinzip für Maklergebühren (der Auftraggeber zahlt) und die Mitpreisbremse als SPD-Erfolge. Lotte hatte ein Weilheimer Thema dabei: Beim geplanten Bahnhalt in der Au gebe es bald „erste Gespräche“, auch über einen zweigleisigen Ausbau der Strecke nach Peißenberg und einen barrierefreien Bahnhof. Dass der Au-Halt nicht unumstritten ist, verdeutlichte Stadtrats-Fraktionschef Ingo Remesch. „Die Planung muss insgesamt passen“, machte er sich für ein überregionales Konzept auf einer Ost-West-Verbindung stark – dann mache der neue Halt mehr Sinn.

Remesch, Fraktionschef von SPD/FDP, verteilte Blumen an den Stadtrat. „Wir verstehen uns sehr gut.“ Der MdL hatte weniger Hemmungen: Lotte kritisierte die CSU für ihren „Tiefschlaf“ beim sozialen Wohnungsbau. Heftig schalt er die Flüchtlingspolitik von Seehofer & Co: Die jüngsten Aussagen „vergiften das gesellschaftliche Klima“, so der SPD-Mann. Neujahrsempfänge sind halt auch immer eine Gelegenheit, sich den politischen Gegner vorzunehmen.

Andreas Baar

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